Mikrobiologische Untersuchung zur Abdichtung des Implantat-Abutment-Interface im in-vitro-Versuch

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http://dx.doi.org/10.22029/jlupub-14182

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Mit der vorliegenden in-vitro Untersuchung wurde geprüft, ob die bakterielle Besiedelung des Implantatinnenlumens von zweiteiligen Implantatsystemen durch Einbringung verschiedener Werkstoffe zur Keimreduktion (Berutemp 500 T2, KieroSeal, CHX-Gel) verhindert bzw. re-duziert werden kann. Dazu wurden die Implantatsysteme Bego Semados RI und Xive S plus jeweils mit den genannten Mitteln unter sterilen Bedingungen befüllt und unter Drehmoment-kontrolle mit den zugehörigen Standardabutments verschraubt (n = 10 pro Ansatz). Die so vorbereiteten Probekörper wurden anschließend sieben Tage in einer E.coli-Lösung inkubiert. Während in einem Versuchsansatz die Systeme unmittelbar nach Befüllung und Verschraubung in die Bakterienlösung eingelegt worden waren, erfolgte in einer zweiten, an-sonsten identischen Versuchsreihe zuvor noch eine siebentägige Thermowechselbelastung (rhythmischer Wechsel im Tauchbad zwischen 5°C und 55°C) der befüllten und verschraubten Implantatsysteme, um einerseits die mechanische Belastung durch den Kauvorgang zu simulieren und andererseits die thermische Alterung der applizierten Materialien nachzuah-men. Für beide Implantatsysteme wurde in jeder Versuchsreihe ein Leerversuch mit aus-schließlicher drehmomentgesteuerter Verschraubung ohne die Befüllung des Implantatinnen-lumens mitgeführt.Die Ergebnisse zeigten für das Implantatsystem Xive S plus eine geringere bakterielle Besie-delung des Innenlumens im Vergleich zum Bego Semados RI-System. Alle eingesetzten Ma-terialien führten zu einer signifikanten Reduktion der bakteriellen Besiedelung im Vergleich zur unbefüllten Leerprobe. Bei Berutemp 500 T2 wurden die niedrigsten Bakterienzahlen gefunden, ähnliche Mittelwerte lieferte auch das CHX-Gel, wobei die Werte beim letzteren stärker streuten. Von den drei untersuchten Werkstoffen fanden sich bei KieroSeal im Mittel die höchsten Keimzahlen. Nach Vorbelastung durch die Inkubation im Thermowechselbad konnten im Implantatinnenlumen weniger Bakterien nachgewiesen werden als ohne Ther-mowechselbelastung.Grundsätzlich erscheint die Auffüllung des Implantatinnenlumens vor dem Einbringen der Suprastruktur sinnvoll, da die Keimzahlen mit allen getesteten Materialien unter den Werten der Leerprobe lagen. Wie lange diese desinfizierende bzw. abdichtende Wirkung der einzel-nen Mittel jedoch anhält, muß folgend im Langzeit- und im in-vivo-Versuch geklärt werden.

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