Volumenberechnung der Schädelhöhle mit Hilfe der Computertomographie bei verschiedenen Hunderassen unter besonderer Berücksichtigung des Cavalier King Charles Spaniels
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Zusammenfassung
Bei Toy-Rassen mit brachyzephaler Kopfform, und hier vor allem beim Cavalier King Charles Spaniel, kann eine Erkrankung nachgewiesen werden, die der Chiari Malformation Typ 1 des Menschen ähnelt und als Chiari-ähnliche Malformation bezeichnet wird. Bei diesem Krankheitsbild kommt es, ähnlich wie beim Menschen, zu einer Verlagerung kaudoventraler Kleinhirnanteile in das Foramen magnum. Der kraniospinale Übergang wird durch diese Verlagerungen eingeengt, was mit einer gestörten Liquorflussdynamik einhergeht. In der Folge entstehen Veränderungen im Rückenmark, so genannte Syringomyelien, die klinische Symptome wie Ataxien und Parästhesien hervorrufen können.Weder beim Mensch noch beim Tier ist bisher genau bekannt, auf welchen Pathogenitätsmechanismen die Erkrankung genau basiert. Eine weit verbreitete Theorie ist, dass eine Entwicklungsstörung des Os occipitale zu einer Hypoplasie der hinteren Schädelgrube führt und damit zu einer Einengung der darin liegenden Hirnanteile.Das Ziel der vorliegenden Studie war die Bestimmung des Volumens der hinteren Schädelgrube (CF) (kaudale Abteilung der Schädelhöhle) im Verhältnis zu dem der mittleren und vorderen Schädelgrube (RMF) (rostrale Abteilung der Schädelhöhle) bei gesunden brachyzephalen Hunderassen, bei Hunden der Rasse CKCS, die an der CM leiden und bei an CM mit Syringomyelie erkrankten Tieren der Rasse CKCS mit Hilfe der Computertomographie. Die Untersuchungen sollten Aufschluss über die Pathogenese der CM geben und überprüfen, ob bei erkrankten Tieren tatsächlich eine Volumenreduktion der Fossa cranii caudalis vorliegt.Es wurden 42 CKCS untersucht, von denen 6 Tiere klinische Symptome im Sinne einer CM aufwiesen und 36 Hunde zum Zeitpunkt der Untersuchungen symptomfrei waren. Als Vergleichsgruppe dienten 25 Hunde verschiedener brachyzephaler Rassen ohne intrakranielle Erkrankungen. Alle untersuchten Tiere waren älter als 12 Monate und wiesen ein Gewicht zwischen 5 und 15 kg Körpermasse auf.Von allen Hunden wurden in der Computertomographie der komplette Schädel und die Halswirbelsäule bis zum 5. Zervikalwirbel untersucht. Von den CKCS wurden anschließend noch sagittale Schnitte des Schädels und der Halswirbelsäule in der Magnetresonanztomographie erstellt.Anhand der Bilder der Computertomographie erfolgte mit Hilfe des Grafikprogrammes AMIRA® (Mercury Computer Systems Inc.) eine schichtweise manuelle Segmentation der Schädelhöhlen in allen 3 Ebenen (sagittal, transversal und dorsal) gleichzeitig.Aufgrund der Beeinflussung des Schädelhöhlenvolumens durch Körpergewicht und Geschlecht wurden mit Hilfe eines Volumenindexes (VI) die relativen Volumina berechnet. Als VI wurde der Quotient aus dem Volumen der hinteren Schädelgrube und der Summe der Volumina der vorderen und mittleren Schädelgruben definiert.Die sagittalen Schnitte der MRT dienten der Diagnose bzw. dem Ausschluss einer CM und Syringomyelie.Alle 42 mittels Magnetresonanztomographie untersuchten CKCS zeigten morphologische Veränderungen des Cerebellums, die im Zusammenhang mit einer CM gefunden werden. Bei 16 Tieren konnte eine Syringomyelie im Halsmark festgestellt werden. Es gab keinen signifikanten Unterschied der Volumenindizes (VI) zwischen den beiden Gruppen der CKCS (mit und ohne Syringomyelie) (p > 0,1). Des Weiteren gab es keinen signifikanten Unterschied der VIs zwischen den beiden Gruppen der CKCS und der brachyzephalen Vergleichsgruppe (p > 0,1). Darüber hinaus zeigten auch die absoluten Volumina der vorderen + mittleren Schädelgrube und der hinteren Schädelgrube zwischen den drei Gruppen keinen signifikanten Unterschied (p > 0,1). Alle untersuchten Parameter (RMF, CF and VI) zeigten keinen signifikanten Gruppeneffekt (p = 0,89; 0,70; 0,56).Im Rahmen der vorliegenden Arbeit konnte gezeigt werden, dass eine Hypoplasie der hinteren Schädelgrube nicht die Ursache für die Entstehung einer Chiari-ähnlichen Malformation beim CKCS sein muss, da die Volumina der Schädelhöhle von an CM erkrankten Hunden keinen signifikanten Unterschied zu denen von gesunden Hunden aufwiesen. Weitere Untersuchungen zur Erforschung der Pathogenese sind notwendig, um Therapieansätze zu optimieren und die Interpretation morphologischer Veränderungen zu erleichtern.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2009
