Untersuchungen zur präoperativen Dignitätserfassung kaniner Mammatumoren mittels Ultraschall und Nadelbiopsie
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Zusammenfassung
Tumoren des Gesäuges sind neben den Hauttumoren als die häufigste neoplastische Erkrankung der Hündin beschrieben. Auf Grund der unzureichenden Möglichkeiten hinsichtlich der klinischen Einschätzung der Tumorentitäten, bestand die Forderung nach präzisierten diagnostischen Methoden, um die präoperative Bewertung und damit die Prognostik mit nachfolgender Auswahl geeigneter chirurgischer Vorgehensweisen und flankierender Therapiemaßnahmen zu verbessern. Ziel dieser Untersuchung war es erstens, die Sonographie als präoperatives Diagnostikum zur Erfassung und Dignitätseinschätzung von kaninen Mammatumoren zu etablieren, Kriterien zur Evaluation der sonographischen Herdbefunde des kaninen Gesäuges zu identifizieren sowie ihre Spezifität für die Entität eines Tumors zu überprüfen. Zweitens sollte festgestellt werden, ob die unzureichende Aussagekraft, die per Stanznadelbiopsie entnommene Tumorgewebeproben besitzen, durch eine Punktierung unter sonographischer Kontrolle verbessert werden kann. Bei 47 Hündinnen wurden 90 Mammatumoren klinisch und anhand ihres sonographischen Herdbefundes beurteilt, woraus eine präoperative Dignitätseinschätzung resultierte. Bei 32 dieser Tumoren konnten zusätzlich Biopsien entnommen werden, deren Ergebnisse ebenfalls mit den klinischen, sonographischen und pathohistologischen Befunden des Gesamttumors verglichen wurden. Mit Hilfe der sonographischen Untersuchung konnten präoperativ 34 der 37 malignen Tumoren korrekt als solche angesprochen werden. Von den histologisch benignen Tumoren wurden drei im Vorfeld fälschlich als bösartiger Prozess eingestuft und vier erschienen verdächtig. Diejenigen Tumoren, die in der pathohistologischen Differenzierung einen niedrigen Malignitätsgrad zeigten, waren in fünf Fällen mit sonographisch maligner, beziehungsweise siebenmal benigner Prädiktion belegt worden. Für die präoperative Sonographie kaniner Mammatumoren ergab sich damit eine Sensitivität von 0,85 bei einer Spezifität von 0,97 für das Vorliegen eines bösartigen Prozesses bei sonographisch überwiegender maligner Charakteristik. In 19 von 32 Fällen repräsentierten die Bioptate die histologische Situation des Gesamttumors, 13 Biopsien gaben die Entität falsch wieder. Es resultierte eine Sensitivität von nur 0,50 bei einer Spezifität von 0,67 für das Vorliegen eines bösartigen Prozesses bei Zellen malignen Charakters in der Biopsie. Die Bioptierung wurde in 17 Fällen bei einem sonographisch malignen, in 15 Fällen bei einem benignen Herdbefund durchgeführt. Weder die Kontrolle der Biopsieentnahme per Ultraschall noch die Erhöhung der Probenzahl pro Tumor erreichten eine zusätzliche Verbesserung der Vorhersage der Tumordignität. Die Zusammenführung aller Ergebnisse der drei durchgeführten Untersuchungs-techniken ließ eine korrekte Identifizierung eines bösartigen Tumors in 35 von 37 Fällen (94%) zu. Die Spezifität der kombinierten Aussagen war 0,92 mit einer Sensitivität von 0,85. Ein als benigne eingeschätzter Tumor war mit 81%iger Wahrscheinlichkeit ein gutartiger Tumor. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass die Mammasonographie zur aussagefähigen, präoperativen Beurteilung kaniner Mammatumoren eingesetzt werden kann, was hinsichtlich der Anforderungen an den behandelnden Tierarzt nicht zuletzt im Hinblick auf chirurgische und medikamentelle Therapiewahl eine deutliche Verbesserung des Status quo bedeuten könnte.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Tierärztliche Praxis (K), 31 (2003), S. 275-83
