Die thorakoskopische Diskektomie : Eine klinische Studie an 167 operierten Patienten
Lade...
Datum
Autor:innen
Betreuer/Gutachter
Weitere Beteiligte
Beteiligte Institutionen
Herausgeber
Zeitschriftentitel
ISSN der Zeitschrift
Bandtitel
Verlag
Lizenz
Zitierlink
Zusammenfassung
Die thorakale Wirbelsäulenchirurgie zeigt eine rasante Entwicklung über die letzten 40 Jahre. Der 1922 erstmals beschriebene dorsale Zugang wird mittlerweile als obsolet angesehen und neuere dorsolaterale oder ventrale Zugangsvarianten entwickelten sich seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts und werden heute von den meisten Chirurgen genutzt. Die thorakoskopischen Diskektomie als minimal invasive Zugangsform könnte nun einen weiteren Fortschritt hin zu besseren klinischen Ergebnissen bei geringerer Komplikationsrate darstellen. Ziel dieser Studie ist es die Ergebnisse der thorakoskopischen Diskektomie mittels klinischer Scores zu messen und die auftretenden Komplikationen zu bestimmen Von 1995 bis 2004 wurden 255 Patienten einer thorakoskopischen Diskektomie unterzogen. 167 dieser Patienten erfüllten die Einschlusskriterien dieser Studie. Nur thorakoskopische Diskektomien einer Etage ohne Spondylodese wurden berücksichtigt. Eine Drei- oder Vier-Portal-Technik wurde in allen Fällen verwendet. Der durchschnittliche Nachuntersuchungszeitraum waren 22,5 Monate (12-24). Die Ergebnisse wurden mit Hilfe des visuell analogen Schmerzscores, eines 5 stufigen Muskelkraftscores sowie eines 3 stufigen Sensibilitätsscores gemessen. Die Patientenzufriedenheit wurde mittels Fragebogen erfasst. Eine postoperative CT wurde zur Überprüfung der Dekompression durchgeführt. Zwei Jahre postoperativ zeigten 78% der Patienten ein gutes oder exzellentes Gesamtergebnis, 19% zeigten ein unbefriedigendes und 3% ein schlechtes Ergebnis. Mit Bezug auf die Muskelkraft zeigten 80% der betroffenen Patienten ein gutes oder exzellentes, 10% ein unbefriedigendes und 10% ein schlechtes Ergebnis. 78% der befragten Patienten waren mit der Operation zufrieden, 12.5% waren sich unsicher und 9.5% waren unzufrieden.Die postoperative CT zeigte eine komplette Dekompression bei 86% der Patienten, 12% zeigten minimale Bandscheibenreste und 2% zeigte einen myelokompressiven Restbefund und wurden nachoperiert. Weitere Komplikationen waren 3 Patienten (1.8%) mit segmentalen Instabilitäten, die nachträglich stabilisiert wurden, 2 Duraverletzungen (1.2%), 2 neurologische Defizite (1.2%), ein sensibles Defizit (0.6%), 6 Patienten (3.6%) mit pulmonalen bzw. pleuralen Komplikationen und 9 Patienten (5.4%) mit einer Interkostalneuralgie. 78% guter bis exzellenter Gesamtergebnisse und 80% guter bis exzellenter Ergebnisse der Muskelkraft machen deutlich, dass die thorakoskopische Diskektomie ein sehr wirksames Verfahren zur Behandlung symptomatischer thorakaler Bandscheibenvorfälle ist. Bei 98% der Patienten konnte eine ausreichende Dekompression erreicht werden, was die Effizienz des Verfahrens verdeutlicht. Die Akzeptanz des Verfahrens wird von 78% der Patienten als positiv bewertet. Mit dieser Studie konnte gezeigt werden, dass die thorakoskopische Diskektomie ein sicheres und effizientes Verfahren zur Behandlung der thorakalen Bandscheibenvorfälle ist. Im Vergleich mit der offenen Thorakotomie wurde eine reduzierte Komplikationsrate bei gleichwertigen Ergebnissen festgestellt. Bei verkalkten Bandscheibenvorfällen ist das Risiko für neurologische Komplikationen allerdings etwas höher als bei weichen Vorfällen. Da in dieser Studie nur 3 postoperative segmentale Instabilitäten festgestellt wurden scheint eine routinemässige Spondylodese nach der Diskektomie nicht erforderlich zu sein.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2007
