Fragestellung: Wie wirksam sind intraartikuläre Injektionen mit hochvernetzter Hyaluronsäure (HA) im Vergleich zu Injektionen mitgasförmigem Sauerstoff (O2) bei der Behandlung von arthroskopisch diagnostizierten Knorpelschäden des Kniegelenkes?
Methodik: Wir führten eine randomisierte, prospektive Studie an 111 Patienten durch, wobei eine Injektionstherapie erfolgte, die durchkonservative Maßnahmen ergänzt wurde. Die Ergebnisse erfaßten wir über 1 Jahr und unterschieden sie entsprechend dem Injektionsmittelund dem Arthrosegrad. Die Daten von 109 Pat. (56 x HA, 53 x O2) werteten wir mit dem LYSHOLM-Score, dem TEGNER-Aktivitätsindex,der Visuellen Analogskala (VAS) für den Ruhe- und für den Belastungsschmerz sowie dem WOMAC (Teil A/ B/ C) statistisch unterVerwendung des WILCOXON-Testes aus.
Ergebnisse: Beide Injektionsmittel vermochten über ein Jahr signifikant eine Schmerzreduktion (VAS Ruhe/ Belastung, WOMAC Teil A),eine Verminderung der Gelenksteife (WOMAC Teil B) und eine Verbesserung der Kniegelenkfunktion (LYSHOLM-Score, WOMAC Teil C)zu bewirken. Die Beeinflussung des TEGNER-Aktivitätsindex gelang nicht. Im Vergleich beider Methoden zeigten sich signifikanteDifferenzen bei der VAS Belastungsschmerz (p=0,001), dem LYSHOLM-Score (p=0,003), dem WOMAC Teil A (p=0,003) und Teil C(p=0,001). Dabei dominierte die HA in der VAS sowie dem LYSHOLM-Score und O2 im Arthrosescore WOMAC (Teil A und C). DieErgebnisse der Gruppe mit Knorpelschäden 2.° waren denen des Gesamtgruppenvergleiches (VAS Belastung: p=0,029 für O2,LYSHOLM-Score: p=00,3 für HA, WOMAC Teil A: p=0,009 für HA, WOMAC Teil C: p=0,006 für O2) ähnlich. In der Gruppe mitKnorpelschäden 3.°zeigten sich signifikante Unterschiede bei der Reduktion der Gelenksteife (WOMAC Teil B) zugunsten O2 (p=0,012).Bei 4.° Knorpelschädigung wurden mit HA die Schmerzen (VAS Ruhe: p=0,001, VAS Belastung: p=0,003) signifikant reduziert, währenddie Änderung des WOMAC mit O2 gelang (WOMAC Teil A: p=0,004, WOMAC Teil C: p=0,021).
Diskussion: Beide Methoden sind geeignet, arthrosebedingte Beschwerden des Kniegelenkes über 1 Jahr signifikant zu bessern. Dieschmerzreduzierende Komponente der HA sowie die Verbesserung der Gelenkfunktion mit O2 konnten für höhergradige Knorpelschäden differierend herausgearbeitet werden.
Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen