Die Bedeutung von Entzündungszellen und Zytokinen für die Regression des kaninen kutanen Histiozytoms

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Gegenstand der Arbeit ist das kanine kutane Histiozytom, ein benigner histiozytärer Hauttumor, der besonders häufig bei jungen Hunden auftritt und bei dem in der Regel innerhalb weniger Wochen eine Spontanregression eintritt. Als Ursprungszellen dieser Neoplasie wurden die Langerhans-Zellen der Haut, die zu der Reihe der dendritischen Antigen-präsentierenden Zellen gehören, identifiziert. Ziel der Arbeit war es, festzustellen, ob die Regression des Histiozytoms durch ein spezifisches Zytokinmuster und das Auftreten bestimmter Entzündungszellpopulationen im Tumorgewebe, gekennzeichnet ist. Weiterhin sollte ermittelt werden, inwieweit Stickstoffmonoxid (NO) und Tumorzell-Apoptose eine Rolle bei der Tumorregression spielen. In der Literaturübersicht wird der aktuelle Kenntnissstand zur Pathologie des kaninen kutanen Histiozytoms und eine Übersicht über weitere histiozytäre Proliferationen des Hundes wiedergegeben. Außerdem werden die Mechnismen der Immunantwort gegen Tumoren kurz erläutert und Beispiele für Spontanregression bei natürlich auftretende Tumoren genannt. In die eigenen Untersuchungen wurden 30 Histiozytome einbezogen, die nach Menge und Muster der lymphozytären Infiltration in 4 Gruppen unterteilt wurden. Hierbei wurden Tumorgruppen mit zunehmend stark ausgeprägten entzündlichen Veränderungen unterschieden, die die Stadien der fortschreitenden Tumorregression repräsentieren sollen. Zunächst wurde eine immunhistologische Charakterisierung der Tumor-infiltrierenden Entzündungzellen in den verschieden Gruppen vorgenommen. Die Subpopulationen der infiltrierenden Lymphozyten wurden mit spezifischen Antikörpern gegen CD3-, CD21(like)-, CD4- und CD8-Antigen an Gefrierschnitten immunhistologisch identifiziert und die durchschnittliche Zellzahl pro Flächeneinheit ermittelt. Tumor-infiltrierende Makrophagen wurden an Hand von Lysozym und meyeloischem/histiozytärem Antigen dargestellt und auf gleiche Weise quantifizert. Mit der TUNEL-Methode wurde der apoptotische Index ermittelt. Im zweiten Abschnitt der Arbeit wurde mRNA aus Gefrierschnitten der Histiozytome isoliert und die Expression von ausgewählten Zytokinen (IL-1, IL-2, IL-6, IL-8, IL-10, IL-12, TNF alpha, IFN gamma, TGF beta) und der induzierbaren NO-Synthase (iNOS) durch Reverse Transkription und anschließende semiquantitative real-time PCR untersucht. Die immunhistologischen Untersuchungen ergaben einen signifikanten Anstieg der T-Lymphozyten, B-Lymphozyten und der Makrophagen im Verlaufe der Regression. Der Vergleich der Lymphozyten-Subpopulationen zeigte, dass die Anzahl der T-Lymphozyten gegenüber den B-Lymphozyten in allen Gruppen stark überwog. Die Differenzierung von zytotoxischen T-Zellen und T-Helferzellen ergab, dass beide Zellpopulationen zu Beginn der Regression in gleichem Maße vertreten waren. Erst mit Zunahme der lymphozytären Infiltration kam es zu einer Dominanz der zytotoxischen T-Zellen und somit zu einer signifikanten Änderung des CD4/CD8 Quotienten. Die Quantifizierung der TUNEL-positiven Zellen ergab keine relevanten Änderungen des apoptischen Index innerhalb der Tumorgruppen. Die Ergebnisse der semiquantitativen real-time PCR zeigten einen signifikanten Anstieg der Expression von IL-2, TNF alpha, IFN gamma und iNOS mit Zunahme der Entzündungszell Infiltration. Bei den Zytokinen IL-1, IL-6, IL-8, IL-10, IL-12 und TGF beta ergaben sich keine signifikanten Unterschiede innerhalb der Regressionstadien. Die Ergebnisse zeigten eine relativ hohen Anteil an T-Helferzellen zu Beginn der Tumorregression. Dies bestätigt die Bedeutung dieser Zellen für die Antigenerkennung und Induktion der Immunantwort. Die Zunahme der infiltrierenden Entzündungszellen war mit einem signifikanten Anstieg der Expression von IL-2, IFN gamma, TNF alpha assoziiert. Durch die Aufregulation dieser Th1-Zytokine könnten die Effektorfunktionen der zellulären Immunantwort maßgeblich unterstützt werden und die Lyse von Tumorzellen in die Wege leiten. So konnte eine signifikante Zunahme von meyeloischem/histiozytärem Antigen-positiven Zellen und ein Anstieg der iNOS mRNA im Verlaufe der Regression festgestellt werden, was auf eine Aktivierung von Tumor-infiltrierenden Makrophagen hinweist. Daraus könnte man schließen, dass nicht nur die zahlreich vorhandenen zytotoxischen T-Zellen im Rahmen der spezifischen Immmunität einen Anti-Tumor-Effekt ausüben, sondern auch Makrophagen als Zellen der natürlichen Immunität zur Reduktion der Tumormasse beitragen.

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Giessen: http://www.dvg.net/ DVG Service, 2003

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