Wirksamkeit der Vasopressoren Adrenalin und Arginin-Vasopressin während eines asphyktisch induzierten Herz-Kreislaufstillstandes am porcinen Tiermodell

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Die Standardtherapie eines Herzkreislaufstillstandes beginnt mit einer unverzüglichen Einleitung der Basismaßnahmen vor Ort durch Laien und den erweiterten Reanimationsmaßnahmen mithilfe besonders geschulten medizinischen Personals. Ziel einer jeden Reanimation ist es, so schnell wie möglich einen Spontankreislauf und eine geordnete Herzaktion wiederherzustellen, damit eine koronare und zerebrale Perfusion gewährleistet wird. Unabhängig von der Ursache eines Herzkreislaufstillstandes der hauptsächlich kardial, aber auch respiratorisch bedingt sein kann, empfiehlt das European Resuscitation Council die Applikation von Adrenalin zur kardiopulmonalen Reanimation. Die pathophysiologischen Merkmale eines durch Asphyxie induzierten Kreislaufstillstandes unterscheiden sich erheblich von denen durch Kammerflimmern. Die Entstehung einer vollständig ausgeprägten Ischämie verläuft beim Kammerflimmern schlagartig, im Gegensatz zum allmählichen Verlauf durch Asphyxie. Durch den ausgeprägten Sauerstoffmangel und die dadurch bedingte Hyperkapnie sind Energiereserven gänzlich ausgeschöpft. Folglich besteht auf zellulärer Ebene bei Asphyxie eine größere Ischämie als bei Kammerflimmern. Diese Beobachtung korreliert mit den nach Reanimation festgestellten hirnorganischen Schäden von Patienten nach einem Herzkreislaufstillstand. Als Standardmedikament während einer kardiopulmonalen Reanimation hat Adrenalin aufgrund einer ß-mimetisch bedingten Steigerung des myokardialen Sauerstoffverbrauchs hier einen zusätzlich negativen Einfluss auf die schon vorhandene Ischämie und den weiteren Behandlungserfolg. Diese an 24 Hausschweinen durchgeführte Studie untersucht die Wirksamkeit der Vasopressoren Adrenalin und Vasopressin nach einem durch Asphyxie bedingten Herz-Kreislaufstillstand anhand des koronaren Perfusionsdruckes und der Rückkehr eines Spontankreislaufes unter Reanimationsbedingungen. Getestet wurden die Medikamente Adrenalin und Vasopressin als Monosubstanzen gegenüber einer Adrenalin/Vasopressin-Kombination in einer optimalen und maximalen Dosierung. Die 24 Versuchstiere wurden in 4 verschiedene Gruppen randomisiert und durch abklemmen des Tubus einem Herz-Kreislaufstillstand zugeführt. Nach definierten Zeitintervallen wurde mit der Reanimation der Tiere und Applikation der entsprechenden Medikamentenkombinationen begonnen. Zu Beginn des Versuches und vor den pharmakologischen Interventionen gab es zwischen den vier Gruppen keinerlei signifikante Unterschiede. Nach abklemmen des Tubus stellte sich bei 9/24 Versuchstieren Kammerflimmern, bei weiteren 9/24 Versuchstieren eine pulslose elektrische Aktivität und den verbliebenen 6/24 Versuchstieren eine Asystolie ein. Der gemessene koronare Perfusionsdruck, als Zeichen einer erfolgreichen Reanimation, war 90 Sekunden nach jeder der 3 Applikationen einer maximalen und optimalen Adrenalin/Vasopressin-Kombinationsmedikation signifikant höher (p<0,05) im Vergleich zu Vasopressin und Adrenalin allein (37 ± 10 mmHg vs. 25 ± 7 mmHg vs. 19 ± 8 mmHg vs. 6 ± 3 mmHg; 42 ± 6 mmHg vs. 40 ± 5 mmHg vs. 21 ± 5 mmHg vs. 14 ± 6 mmHg; und 39 ± 6 mmHg vs. 37 ± 4 mmHg vs. 9 ± 3 mmHg vs. 12 ± 4 mmHg). (s. Abb. 16 u. 17-20).Aus der Vasopressin-Gruppe überlebte keines und aus der Adrenalin-Gruppe nur eines von sechs Versuchstieren die Reanimationsmaßnahmen. Demgegenüber erreichten aus der maximalen und optimalen Adrenalin/Vasopressin-Kombinationsgruppe je sechs von sechs Versuchstieren einen Spontankreislauf und konnten somit erfolgreich therapiert werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigen, dass nur durch die Applikation einer maximal und optimal dosierten Adrenalin/Vasopressin-Kombination eine erfolgreiche Reanimation mit einem ausreichenden koronaren Perfusionsdruck und Rückkehr zum Spontankreislauf erreicht werden konnte. Eine Monotherapie mit Adrenalin oder Vasopressin verlief erfolglos.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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