Die explorative Anwendung von Bienenpollen, Honig und weiteren Supportiva zur Linderung von Hitzewallungen und anderen menopausalen Beschwerden bei Brustkrebspatientinnen
Antihormonell induzierte menopausale Symptome wirken sich erheblich auf die Lebensqualität betroffener Frauen mit Mammakarzinom aus. Sie können auch Abbrüche der antihormonellen Behandlung und dadurch einen Anstieg des Brustkrebsrezidivrisikos zur Folge haben. Auf den gesundheitsfördernden Wert von Bienenpollen und Honig in der supportiven Brustkrebstherapie verweisen Untersuchungsergebnisse über antikanzerogene und antiöstrogene Effekte [64,73,109,122]. Honig und Bienenpollen beinhalten eine Fülle verschiedener biologisch aktiver Substanzen, darunter die Flavonoide [29]. Diese Inhaltstoffe haben sich als östrogenmodulierend und risikoreduzierend bei Brustkrebs gezeigt [55,64,90]. Sie werden zudem für die Reduktion menopausaler Symptome mitverantwortlich gemacht. Daraus ergab sich der zentrale Forschungsanlass über Brustkrebspatientinnen. Die Grundlage dieser Untersuchung waren Studienergebnisse, welche die lindernden Effekte von Pollen gegenüber den Symptomen menopausaler Frauen konstatierten [37,50,135,149]. Es sollten die symptomlindernden Eigenschaften von Bienenpollen bei antihormonell bedingten menopausalen Beschwerden eruiert werden. Der Östrogenspiegel blieb bei der Pollenzufuhr in diversen Fällen unverändert [35,60,66]. Für Mammakarzinompatientinnen ist dies bedeutsam, weil deren antihormonelle Therapie auf konstant niedrige Östrogenwerte abzielt. Zusammenfassend zeigt diese Studie deutlich, dass Bienenpollen und Honig menopausale Beschwerden während der antihormonellen Therapie des Mammakarzinoms wirksam verringern können. Von allen Probandinnen, die erfolgreich die Studie beendeten, erlebten 69,9% eine positive Beeinflussung der menopausalen Symptomatik. Es wurde dabei ein Trend zu vermehrten Therapieerfolgen bei Teilnehmerinnen mit vorhandenen Ovarien beobachtet. Der ursprünglich als Placebo intendierte Honig stellte sich als ebenso effektiv wie Bienenpollen heraus, beide übertreffen eindeutig die antizipierten Placebowirkungen. Nachteilig war, dass letztlich kein Placebo als Kontrolle vorhanden war. Darüber hinaus war die Abbruchrate der Probandinnen in der Pollengruppe relativ hoch. Dies führte zu Überlegungen einer optimierten Darreichungsform. Übereinstimmend mit anderen Studienergebnissen gab es keine Hinweise für Auswirkungen auf den Östrogenspiegel. Weder Honig noch Pollen zeigten einen nachweisbaren Einfluss auf die Lipidwerte und Lipoproteine im Serum nach 14-tägiger Einnahme. Andere Untersuchungen wiesen bei prolongierter Einnahme eine Reduktion des kardiovaskulären Risikoprofils durch die positive Beeinflussung der Lipidparameter nach [5,50,152].Zur Linderung menopausaler Beschwerden sind neben dem Einsatz von Bienenprodukten verschiedene supportive Anwendungen verfügbar, deren Evidenz meist inkonklusiv verbleibt. Die Schwere der Symptomatik, das Spektrum unerwünschter Wirkungen, die medizinische Vorgeschichte, die Medikation, die Verträglichkeit und die Wirksamkeit spielen letztlich die entscheidende Rolle bei der Auswahl der optimalen und individualisierten Begleittherapie.
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