Überlebenszeitanalysen von Extensions- und überspannten Brücken : Eine retrospektive Longitudinalstudie
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Zusammenfassung
In dieser retrospektiven Longitudinalstudie wurden an einem Patientenkollektiv über einen Zeitraum von 1997 bis Anfang 2008 die Überlebensrate so genannten festsitzenden Risikokonstruktionen in Form von 41 überspannten Brücken und 71 Extensionsbrücken untersucht und mögliche Einflussfaktoren, die das Verlustrisiko erhöhen, identifiziert.Diese Untersuchung stützte sich ausschließlich auf Daten von Patienten der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der Justus-Liebig-Universität Gießen. Im Patientenkontingent der überspannten Brücken (36 Patienten) machten die Männer in der Geschlechterverteilung den größeren Anteil aus. Der Altersdurchschnitt lag bei 55,05 Jahren. Die Mehrzahl der Brückenkonstruktionen war im Unterkiefer lokalisiert. Im Gegenkiefer war überwiegend festsitzender Zahnersatz vorhanden. In 53,7% der Fälle lag eine durch Schaltlücken unterbrochene Zahnreihe und in 46,3% eine einseitige oder doppelseitige Freiendsituation vor. Im Mittel wurden bei der Brückenkonstruktion 2 Zähne zur Verankerung verwendet. Die durchschnittliche Verweildauer der überspannten Brücken wurde mit der Überlebenszeitanalyse nach Kaplan-Meier ermittelt. Bei der Bestimmung der Verlustrisiken fand die Hazard-Analyse ihre Anwendung. Die Signifikanzanalyse wurde mit dem Log-Rank-Test durchgeführt, wobei einheitlich ein Signifikanzniveau von 5% vorgegeben wurde.Die durchschnittliche Überlebenszeit betrug 7,19 Jahre. Dabei fiel diese bei den Männern am höchsten aus. Die Unterkieferbrücken hielten länger als die im Oberkiefer lokalisierten Brücken. Bei einer Pfeileranzahl von zwei pro Brückenkonstruktion lag die Überlebenswahrscheinlichkeit signifikant höher als bei einer Verankerung von drei und mehr Pfeilern. Die durchschnittliche Verweildauer fiel bei der Situation der Kennedy-Klasse III am höchsten aus, gefolgt von den Befunden der Klassen II und I. Im Falle einer festsitzenden Versorgung des Gegenkiefers ergab sich eine bessere Überlebenswahrscheinlichkeit der überspannten Brücken, als in Fällen mit herausnehmbarem oder keinem Zahnersatz (natürliche Bezahnung). Diese Ergebnisse erwiesen sich jedoch, bis auf die Anzahl der Pfeilerzähne, als nicht signifikant. Rezementierung sowie Defekte der Brückenverblendung machten Reparaturen notwen-dig. Bei 5,5% der Pfeilerzähne wurde eine Extraktion vorgenommen. Am Ende des Beobachtungszeitraumes war die Neuversorgung von 22% der beobachteten Fälle notwendig geworden. Gründe waren Gerüstbruch, Extraktion der Pfeilerzähne, technische Mängel der Konstruktion und Kronenrandkaries.Die Untersuchungen im Rahmen der Extensionsbrücken führten zu ähnlichen Ergebnissen. Im Patientenkontingent (57 Patienten) überwogen jedoch die Frauen eindeutig mit 70,2% gegenüber den Männern. Der Altersdurchschnitt betrug dabei 52,04 Jahre. Die Lokalisation der Brücken war in ihrer Verteilung annähernd gleich. Die Gegenkieferbezahnung wurde überwiegend durch festsitzenden Zahnersatz dargestellt, gefolgt von herausnehmbarem und kein Zahnersatz. In 83,1% der Fälle lag eine einseitige und doppelseitige Freiendsituation vor, der Rest wurde durch die Kennedy-Klasse III dargestellt. Auch bei den Extensionsbrücken wur-den meist zwei Pfeilerzähne in die Konstruktion eingebunden.Die mittlere Haltbarkeitsdauer der im Untersuchungskontingent vorhandenen Extensionsbrücken belief sich auf 9,39 Jahre. Es wurde in der Geschlechterverteilung eine mit 9,52 Jahren nicht signifikant höhere Überlebenswahrscheinlichkeit der Extensionsbrücken in der Gruppe der Männer, im Gegensatz zu den Frauen mit 9,33 Jahren festgestellt. In Abhängigkeit der Lokalisation zeigte sich im Unterkiefer eine signifikant höhere Verweildauer. Im Zusammenhang mit der Pfeileranzahl zeigte sich ebenfalls eine signifikant höhere mittlere Haltbarkeitsdauer zu Gunsten der Gruppe mit zwei Pfeilerzähnen gegenüber den Konstruktionen mit drei und mehr Pfeilern. Die Kennedy-Klasse III fiel auch bei den Extensionsbrücken am höchsten aus. Bei der Untersuchung der Überlebenszeit in Abhängigkeit der Gegenkieferbezahnung ergab sich die längste Verweildauer bei herausnehmbarem Zahnersatz, gefolgt von keinem und schließlich festsitzendem Zahnersatz. In der mittleren Haltbarkeitsdauer zeigte sich eine höhere Überlebensdauer der distalen Extensionsbrücken. Diese Ergebnisse erwiesen sich jedoch, bis auf die Lokalisation und die Anzahl der Pfeilerzähne, als nicht signifikant. Im Kontingent der Extensionsbrücken mussten im Laufe der Untersuchung ebenfalls Pfeilerzähne extrahiert (3,4%) werden. Reparaturen wurden aufgrund von Rezementierungen, Verblendschäden und Löchern im Gerüst vorgenommen. In 22,5% wurden letzten Endes Neuanfertigungen nötig. Ursache waren Extraktionen der Pfeilerzähne, Bruch des Brückengerüstes, mangelnde technische Ausführungen der Konstruktion, parodontale und endodontale Komplikationen sowie Kronenrandkaries.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
