Untersuchung an Bioaerosolen in Tierställen unter Etablierung einer REAL-TIME PCR-basierten Methode zur Erfassung luftgetragener Salmonella und Thermoactinomyces Zellen

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Bioaerosole aus bzw. in landwirtschaftlichen Tierställen beinhalten häufig hohe Konzentrationen an Mikroorganismen in stark zeitlich und räumlich variierender Zusammensetzung. In diesen Ställen arbeitende Menschen sind damit potentiell infektiösen und Allergie-auslösenden Mikroorganismen und deren Bestandteilen oder Stoffwechselprodukten exponiert, die ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen können.Die kultivierungsbasierte Untersuchung von Bioaerosolen eines Putenstalles erfasste im Vergleich zur molekularbiologischen Methode einen geringeren Anteil vorhandener Organismen bei gleichzeitig geringerer Diversität. Insgesamt wurden 28 Isolate durch die kultivierungsabhängige Analyse gewonnen und nach Sequenzierung des 16S rRNA Gens 19 Arten zugeordnet. Dominierend waren Gensequenzen mit höchster Ähnlichkeit zu Sequenzen der Gattungen Nocardiopsis (n=4), Bacillus (n=4) und Brevibacterium (n=3). Innerhalb der Klonbibliotheken (n=165) dominierten Sequenzen des 16S rRNA Gens mit höchster Sequenzähnlichkeit zu Spezies der Gattungen Aerococcus, Lactobacillus und Megamonas für beide Probenahmeorte unabhängig von der Sammelmethode. Anhand beider Methoden wurden Organismen mit einem potentiellen Gesundheitsrisiko (Risikogruppe 2) für den Menschen nachgewiesen (u. a. Acinetobacter johnsonii, Pantoea agglomerans, Aerococcus viridans, Shigella flexneri).Die umfassende Untersuchung des Einflusses der Sammlung auf die Lebensfähigkeit einzelner Stämme anhand der Lebend-Tot-Färbung zeigte sehr heterogene Ergebnisse, die auf eine stamm- oder speziesspezifische Widerstandsfähigkeit gegenüber den Effekten durch die Filtration und das Impingement hinweisen. Für Salmonella Typhimurium CIP 60.62T konnten nach 30 Minuten Beaufschlagung mittels Impingement noch 90,8% der Zellen als lebend detektiert werden, nach 20 Minuten Filtrationsbeaufschlagung nur noch 18%. Zellen von Bacillus subtilis DSM 10T zeigten bei beiden Methoden keine Beeinflussung der Lebensfähigkeit. Für Zellen von Escherichia coli DSM 30083T wurden schon nach 10 Minuten Filtrationsbeaufschlagung keine Zellen mehr als lebend detektiert. Die stärksten Absterbe-Effekte auf Zellen der untersuchten Stämme zeigte insgesamt die Filtration. Da molekularbiologische Methoden die Organismen unabhängig vom Lebenszustand erfassen, spielt die biologische Sammeleffizienz beim Nachweis anhand der Realtime PCR nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr ist ein möglichst hoher Erfassungsgrad des Sammelsystems ausschlaggebend. Im Vergleich war in dieser Arbeit die physikalische Sammeleffizienz für die Filtration durchschnittlich 40% höher als beim Impingement. Dies wird vor allem auf eine Vorabscheidung von Partikeln im Einlasssystem des AGI-30 Impingers zurückgeführt. Die Etablierung eines spezifischen Nachweissystems auf Basis der Realtime PCR zur schnellen Quantifizierung von Mikroorganismen aus Bioerosolen am Beispiel einer infektiösen (Salmonella sp.) sowie einer Allergie-auslösenden Bakterien-Gruppe (Thermoactinomyces sp.) wurde entwickelt. Verluste waren vor allem methodisch durch die DNA-Extraktion bedingt. Die Größenordnung der Wiederfindung variierte in Abhängigkeit vom eingesetzten Verfahren und der eingesetzten Zellzahl zwischen 23,3% und 58,2%. Hemmeffekte durch Matrixmaterial auf die Realtime PCR traten nicht auf, konnten jedoch nicht grundlegend ausgeschlossen werden. Ein sekundäres Ziel war eine mögliche Standardisierung zur Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsplätzen basierend auf den validierten Nachweissystemen.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform