Untersuchung zur Eignung eines Gewebeklebers zum Verschluss der Hautwunde bei weiblichen Katzen und Kaninchen nach Kastrationen
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Zusammenfassung
Die Kastration von weiblichen Katzen und Kaninchen ist ein häufig durchgeführter operativer Eingriff in Kleintierpraxen mit einer relativ hohen Inzidenz an möglichen postoperativen Wundheilungskomplikationen. Einen möglichen Einfluss auf die Komplikationsrate hat die Wahl der Methode des Hautwundverschlusses.Ziel dieser Arbeit war es daher, den Wundheilungsverlauf nach Durchführung der Kastration und anschließendem Hautverschluss durch Naht- und Klebetechnik bei zwei unterschiedlichen Tierarten hinsichtlich der Komplikationsrate zu beurteilen, um die optimale Methode für die jeweilige Tierart herauszuarbeiten.Für die Analyse wurden Daten von 54 weiblichen Katzen und 48 weiblichen Kaninchen prä- und postoperativ erhoben und bewertet. Nach dem Losverfahren wurden die Tiere nach Ovariohysterektomie in zwei Gruppen geteilt, die sich nur hinsichtlich des Hautverschlusses unterschieden:- Gruppe 1: 29 Katzen mit genähtem Hautschnitt- Gruppe 2: 25 Katzen mit geklebtem Hautschnitt - Gruppe 3: 16 Kaninchen mit genähtem Hautschnitt- Gruppe 4: 32 Kaninchen mit geklebtem HautschnittEs wurde bei keinem Tier eine Subkutannaht durchgeführt und postoperativ kein Halskragen oder anderer Leckschutz verwendet. Die Katzen wurden in Rücken-Hängelage operiert, bei den Kaninchen wurde in Rückenlage eine Ovariohysterektomie durchgeführt.Bei den Tieren wurden präoperativ folgende Parameter erhoben:- Alter, Rasse - Allgemeinbefinden, Pflege- und Ernährungszustand- Körpergewicht, KörperinnentemperaturAus einer venösen Blutprobe der Vv. cephalicae bei den Katzen bzw. der Vv. auriculares der Kaninchen wurden folgende Blutparameter am Tag der Kastration und 2 Tage post operationem bestimmt:- Gesamtleukozyten-, Erythrozyten und Thrombozytenkonzentration- Hämatokrit, Hämoglobinkonzentration- eosinophile Granulozyten-, Lymphozyten- und Monozytenanzahl- GesamtgranulozytenzahlPostoperativ wurden die Schnittlänge der Hautwunde, der Zustand der Operationswunde, das Auftreten von Wundheilungsstörungen, die Komplikationsdauer, die Bauchdeckenspannung und die Patientenakzeptanz beurteilt und dokumentiert. Regulär erfolgten die Kontrollen am 2. und 10. Tag nach dem operativen Eingriff, beim Auftreten von Komplikationen längstens bis 14 Tage nach der Kastration.Die Tiere wurden am Tag der Operation nach Hause entlassen.Folgende relevanten Ergebnisse wurden erzielt:- Postoperativ lagen bei den Parametern Schnittlänge, Bauchdeckenspannung und Patientenakzeptanz keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen von Katzen und Kaninchen vor.- Die Temperatur- und Gewichtsentwicklung war bei beiden Tierarten statistisch signifikant different über die Zeit (p < 0,0001). Bei den Katzen war die wechselseitige Beziehung zwischen Zeit und Gruppe statistisch signifikant (p = 0,038). - Statistisch signifikante Differenzen bezüglich der Wundheilung insbesondere der Komplikationsrate bestanden zwischen den Gruppen nicht.- Wundheilungsstörungen wurden im Mittel bei beiden Tierarten 3 Tage nach der Operation diagnostiziert. - Bei Katzen mit genähten Hautschnitten lag die Komplikationsdauer im Durchschnitt bei 6,6 Tagen, wohingegen sie bei Tieren mit geklebten Hautschnitten 8,5 Tage im Mittel betrug. Der Unterschied war jedoch nicht statistisch signifikant.- Kaninchen mit Wundheilungsstörungen hatten eine Komplikationsdauer bei genähtem Hautschnitt von durchschnittlich 7 Tagen und bei geklebter Hautwunde von 6,2 Tagen. Es lag keine statistisch signifikante Differenz vor.- Tiere, die präoperativ eine Leukopenie aufwiesen, entwickelten durchgängigpostoperativ Wundheilungsstörungen, unabhängig von der Tierart.- Katzen und Kaninchen entwickelten postoperativ eine milde Leukozytose. Die Zunahme der Leukozyten war statistisch signifikant (p < 0,0001).- Sowohl Katzen als auch Kaninchen zeigten einen signifikanten Anstieg des Hämatokrit (p < 0,0001) 2 Tage nach der Kastration. Infolgedessen zeigte sich im Differentialblutbild eine relative Polyzythämie bei den Katzen bzw. eine Hämokonzentrierung bei den Kaninchen. - Postoperativ entwickelte sich bei beiden Tierarten eine Erhöhung der Thrombozytenanzahl, welche statistisch signifikant war (p < 0,0001).- Die Zunahme der eosinophilen Granulozyten vom Tag der Kastration bis zum 2. Tag post operationem war bei beiden Tierarten statistisch signifikant(p < 0,0001). Es lag eine statistische Signifikanz in der Wechselwirkung zwischen der Zeit und den Gruppen vor (Katzen: p = 0,0066; Kaninchen: p = 0,048).- Der Anstieg der Monozyten über die Zeit war bei den Katzen (p < 0,0001) und den Kaninchen statistisch signifikant (p = 0,0004). Zwischen den beiden Gruppen der Kaninchen lag ein statistisch signifikanter Unterschied vor (p = 0,044). - Die postoperative Zunahme der Lymphozytenanzahl war bei Katzen und Kaninchen statistisch signifikant (p < 0,0001). Die Korrelation zwischen der Zeit und den Gruppen war bei den Katzen statistisch signifikant (p = 0,013). - Der Anstieg der Gesamtgranulozytenzahl über die Zeit war bei den Katzen und den Kaninchen statistisch signifikant (p < 0,0001). Die Korrelation zwischen der Zeit und den Gruppen war bei den Katzen statistisch signifikant (p = 0,0037).Die vorliegende Studie stellt die erste Arbeit dar, in welcher untersucht wurde, welche Wundverschlusstechnik nach Kastration weiblicher Katzen und weiblicher Kaninchen die optimale Methode darstellt. Aus den ermittelten Ergebnissen lässt sich schlussfolgern, dass bei Kaninchen die Klebetechnik die Methode der Wahl sein sollte. Bei vergleichender Betrachtung der Resultate kommen für Katzen nach Kastrationen beide Hautverschlussmethoden grundsätzlich in Frage. Die Gefahr der Entwicklung einer postoperativen Wundheilungsstörung lässt sich durch ein präoperativ angefertigtes Blutbild abschätzen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
