Für den Bereich der universitären Lehre im Fach Medizin werden immer wieder neue didaktische Lernkonzepte gefordert, darunter auch computergestützte Lernprogramme. Das Lernprogramm Psychosomatik wurde zur Unterstützung des Kurses Psychosomatik und Psychotherapie für Medizinstudenten im 3. klinischen Semester an der Justus-Liebig-Universität entwickelt. Das Programm basiert auf eigenen Texten und Graphiken, die in kurzer prägnanter Form die wesentlichen Inhalte das Fachs darstellen. Im Teil der Theorie werden 21 Themen in Form von Texten und Bildern zur Verfügung gestellt, unterstützt von Schemazeichnungen und Glossareinträgen.
Es können klinische Fälle aus der Neurosenlehre und der Psychosomatik mit Zugriff auf die erklärende Theorie bearbeitet werden. Umgekehrt kann aber auch zunächst das Kapitel der Theorie bearbeitet werden. Als Organisationsprinzip liegt dem Programm ein Hypertext zugrunde; wichtige Elemente der Navigation ermöglichen ein individuelles Bearbeiten des Programms. 'Sitemaps' und ein 'Tracking Progress' erleichtern die Orientierung. Die Bedienung erfolgt weitestgehend mit der Maus, aber auch eingeschränkt mit der Tastatur. Eine Hilfe sowie kurze Lernempfehlungen stehen zur Verfügung. Eine Lernkontrolle des Anwenders erfolgt über Multiple-Choice-Fragen, zugeordnet zu jedem Kapitel, aber auch als Gesamt-Test zu bearbeiten.
Für die Weiterentwicklung von Lehr- und Lernstandards in der Medizin ist es notwendig, die Qualität neuer Mittel zu überprüfen. Im Rahmen eines Studientest mit einem vergleichenden Wissenstest an 120 Studenten, sowie mit einem Fragebogen zur Akzeptanz an 57 Studenten im 3. klinischen Semester wurde das Lernprogramm Psychosomatik getestet. Die vergleichende Erfolgskontrolle ergab, dass das Lernprogramm Psychosomatik im Vergleich zum traditionellen Unterricht im Praktikum ein gleichwertiges Medium ist. In dem zusätzlichen Fragebogen zur Akzeptanz wurde das Programm von den Studenten als zufriedenstellend bewertet.
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