Ermittlung des Restleistungsvermögens zur arbeits- und sozialmedizinischen Beurteilung von Minderungen der Erwerbsfähigkeit

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Die computergestützte Spiroergometrie dient der Ermittlung des Restleistungsvermögens bei der Einschätzung einer Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) bzw. der Beurteilung zur Halben/ Vollen Erwerbsminderungsrente bei Atemwegs- und Lungenkrankheiten. Patienten in der Begutachtung weisen ein höheres Lebensalter auf, daher wurden altersentsprechende Referenzwerte ermittelt. Bei gesunden Männern (n = 24) und Frauen (n = 22) über 60 Jahren sowie 63 männlichen Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen (GOLD-Stadium I: 6, II: 29, III: 25; IV: 3) bzw. 19 männlichen Patienten mit gesicherter Asbestose (ILO 1/1: 13, ILO >1/1: 6) wurden bei einer spiroergometrischen Stufenbelastung die (gewichtsbezogene) Leistungsfähigkeit, die (gewichtsbezogene) Sauerstoffaufnahme, der Sauerstoffpuls, die Atemfrequenz, das ventilierte Volumen und die Blutgase bestimmt. Die Dauerleistungsgrenze wurde vergleichend an den anaeroben Schwellen bei einem RQ von 1 bzw. bei 4 mmol/l Laktat ermittelt. Die Bruttoleistung in Watt und die maximale Sauerstoffaufnahme (in ml/min) lagen bei Gesunden mit 149 (2221) signifikant höher als bei Patienten mit COPD Stadium GOLD I: 117 (1851), II: 98 (1692), III: 80 (1404), IV: 50 (931) und Asbestosen ILO 1/1: 89 (1482), ILO >1/1; 175 (1267) und korrelierten mit dem Schweregrad nach GOLD: R = -0,687 (R = -0,647) bzw. der Fibrose nach ILO: R = -0,73 (R = -0,72). Die gewichtsbezogene Leistung in W/kg und die gewichtsbezogene Sauerstoffaufnahme (ml/kg) fielen im Vergleich zu 1,85 (27,5) bei Gesunden bei GOLD II: 1,1 (18,8), III: 0,95 (16,8), IV: 0,8 (14,9) und Asbestosen ILO 1/1: 1,1 (18,1), ILO >1/1: 0,91 (15,3) signifikant ab. Auch der Sauerstoffpuls in ml/Schlag und das ventilierte Volumen (in l/min) lagen mit 15,9 (77,5) bei Gesunden signifikant höher als bei Patienten GOLD I: 14,7 (56,9), II: 13,2 (54,1), III: 11,6 (48,8), IV: 8,3 (31,4) und Asbestosen ILO 1/1: 11,9 (43,1), ILO >1/1: 11,8 (32,3). Auf den submaximalen Belastungsstufen unterschieden sich die Sauerstoffaufnahme, der Sauerstoffpuls und das ventilierte Volumen bei Patienten mit COPD bzw. Asbestosen unabhängig von der Schwere der Erkrankung nicht von Gesunden. Nur die Atemfrequenz war bei Asbestose Patienten auf allen Stufen erhöht. Die metabolische und die respiratorische anaerobe Schwelle stimmten bei gesunden Männern (118 bzw. 123 W, p = 0,596) und Asbestose Patienten (89 bzw. 85 W, p = 0,71) gut überein. Der Schweregrad der Erkrankung bei COPD bzw. Asbestose Patienten korrelierte mit den maximalen nicht aber den submaximalen spiroergometrischen Parametern. Die Maximalwerte zeigten signifikante Unterschiede zu den Gesunden, so dass zur Objektivierung von Leistungseinschränkungen maximale Belastungsuntersuchung durchgeführt werden sollten. Für die sozialmedizinische Begutachtung wurden altersentsprechende Referenzwerte ermittelt.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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