Untersuchungen zum Einfluss des Eingliederungsalters auf die Fruchtbarkeitsleistung von Jungsauen
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Zusammenfassung
Die Wirtschaftlichkeit der Ferkelerzeugung wird maßgeblich von der Fruchtbarkeitsleistung der Sauenherden bestimmt. Das Ziel der vorliegenden Arbeit bestand darin, einen möglichen Einfluss des Eingliederungsalters auf die Fruchtbarkeitsleistung von Jungsauen zu untersuchen. Mit den Ergebnissen sollten Vorschläge zur Leistungsstabilisierung und Leistungssteigerung der Praxis unterbreitet werden können. Erwartet wurden positive Auswirkungen einer früheren Einstallung der Jungsauen auf die Leistungen im ersten und zweiten Wurf und gegebenenfalls sogar bis hin zur Lebensleistung.Für die Untersuchungen stand ein großer Datenpool von Betrieben aus deren Sauenplanern aus ganz Deutschland zur Verfügung. Hieraus wurden für die Auswertungen Betriebe mit einer großen Stichprobenzahl von Sauendaten und dem Einsatz einer einheitlichen sowie bekannten genetischen Herkunft herausgefiltert. Dadurch standen Daten von insgesamt fünf verschiedenen genetischen Herkünften von 15 Betrieben zur Verfügung. Für die statistische Auswertung wurde zunächst eine Klasseneinteilung für das Einstallungsalter und die Eingliederungsdauer erstellt. Mit Hilfe der Varianzanalyse wurde der Einfluss des Einstallungsalters und der Zeitspanne zwischen Einstallung und erster Belegung (Eingliederungsdauer) auf die Fruchtbarkeitsleistung von 12.382 Sauen, von denen insgesamt 74.947 Belegungen in den Sauenplanerdaten zur Verfügung standen, untersucht. Die Daten stammten aus Auswertungszeiträumen von 2002 bis 2010. Weiterhin wurden 12.909 Belegungen zum ersten Wurf und insgesamt 13.131 Belegungen zum zweiten Wurf analysiert. Untersucht wurden die Reproduktionsmerkmale Abferkelrate, Absetz-Beleg-Intervall und Anzahl lebend geborene, gesamtgeborene, tot geborene und abgesetzte Ferkel pro Wurf.Aus den durchgeführten Untersuchungen lassen sich die Ergebnisse folgendermaßen zusammenfassen:Am deutlichsten werden die untersuchten Reproduktionsmerkmale durch Unterschiede zwischen den Betrieben, den Jahren, aber auch den Wurfnummern beeinflusst. Nur wenige Effekte lassen sich für die Einflüsse des Einstallungsalters und der Eingliederungsdauer auf die Fruchtbarkeitsleistungen absichern. Diese wenigen signifikanten Effekte beeinflussen die untersuchten Reproduktionsmerkmale zudem unterschiedlich. Beispielsweise konnte in 40 Prozent der analysierten Betriebe (über alle genetischen Herkünfte hinweg) keine gerichtete Tendenz für den Einfluss des Einstallungsalters auf die Abferkelrate für die Belegungen zum zweiten Wurf gefunden werden. In weiteren ca. 33 Prozent der untersuchten Betriebe führte eine Einstallung von jüngeren Jungsauen zu einer niedrigeren Abferkelrate bei den Belegungen zum ersten oder zum zweiten Wurf als bei älter eingestallten Jungsauen. In ca. 13 Prozent der Betriebe wiesen jünger eingestallte Jungsauen eine höhere Abferkelrate bei den Belegungen zum zweiten Wurf auf als älter eingestallte Jungsauen. Für die übrigen ca. 13 Prozent konnte kein signifikanter Einfluss des Einstallungsalters nachgewiesen werden. Das Reproduktionsmerkmal des Absetz-Beleg-Intervalls wird ausschließlich durch den Betrieb, das Jahr und die Wurfnummer beeinflusst. Eine gerichtete Beeinflussung über das Einstallungsalter oder die Eingliederungsdauer lässt sich nicht nachweisen. Insbesondere lässt sich das 2. Wurf-Syndrom in den untersuchten Betrieben abbilden. Hierbei ist das Absetz-Beleg-Intervall für die Belegung zum zweiten Wurf deutlich länger im Vergleich zu den Belegungen zu den übrigen Wurfnummern.In rund 33 Prozent der analysierten Betriebe erreichten jünger eingestallte Jungsauen höhere Erstabferkelleistungen über eine höhere Anzahl an lebend geborenen, gesamt geborenen oder abgesetzten Ferkeln als die Vergleichstiere. In 20 Prozent der Betriebe gab es keine eindeutige Tendenz bei der erzielten Erstabferkelleistung. In rund 13 % der Betriebe erbrachten die älter zugekauften und eingestallten Jungsauen höhere Leistungen im ersten Wurf. Bei den übrigen rund 33 Prozent der Betriebe konnten keine signifikanten Effekte des Einstallungsalters auf die Erstabferkelleistungen abgesichert werden. Eine lange Eingliederungsdauer führte bei ca. 27 Prozent der analysierten Betriebe zu besseren Erstabferkelleistungen. Auch hier zeigten 20 Prozent der Betriebe keine gerichtete Tendenz und weitere 20 Prozent hatten bessere Erstabferkelleistungen bei einer kurzen Eingliederungsdauer. In der Mehrzahl der untersuchten Betriebe (33,3 %) ließen sich keine signifikanten Effekte der Eingliederungsdauer auf die Erstabferkelleistungen nachweisen.Da die Ergebnisse der Auswertungen für die Reproduktionsmerkmale bereits im ersten Wurf deutlich variieren, stehen die Leistungen in den Folgewürfen in keinem ersichtlichen Zusammenhang mit dem Einstallungsalter der Jungsauen. Die Unterschiede zwischen den Betrieben, den Wurfnummern als auch den Jahren sind in allen genetischen Herkünften hervorzuheben. Die Fruchtbarkeitsleistungen der Jungsauen werden durch ein breites Spektrum von Umweltfaktoren, wie der Haltung, Fütterung und Tiergesundheit, sowie das Management im jeweiligen Betrieb beeinflusst. Daraus ergibt sich, dass das genetische Leistungspotential der Jungsauen in den Betrieben unterschiedlich ausgenutzt wird, während in den Folgewürfen die oben genannten Umweltfaktoren die Leistung unterschiedlich beeinflussen. Aufgrund der großen Varianz der Ergebnisse in dieser Untersuchung kann keine allgemeine Empfehlung für die Praxis abgeleitet werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
