Eine frühzeitige und verbesserte Diagnostik der KHK kann zur Reduktion von Mortalität und Morbidität führen. Die diagnostische Genauigkeit von nicht-invasiven Stresstests, insbesondere die der Ergometrie, ist verbesserungswürdig. Im Gegensatz zum ACS ist der Nutzen und die Rolle der Troponine bei der stabilen KHK unklar. Es stellt sich die Frage, ob die Bestimmung von hs-TnT während der Ergometrie und MRT die Testgenauigkeit für die Diagnostik einer KHK verbessert und somit die Anzahl der unnötigen Koronarangiographien reduziert. In der vorliegenden Arbeit wurden bei 53 Patienten mit der Verdachtsdiagnose KHK zusätzlich zur Durchführung einer Ergometrie hs-TnT Werte zu drei Messzeitpunkten bestimmt: Baseline: kurz vor der Ergometrie, bei maximaler Belastung, sowie 4 Stunden nach der Ergometrie. 26 Patienten zeigten einen positiven Belastungstest (+EST) und 27 Patienten einen negativen Belastungstest (-EST). Alle diese 53 Patienten wurden anschließend koronarangiographiert. Hierbei wurde bei 39 Patienten eine KHK diagnostiziert. Des Weiteren wurde in einem weiteren Kollektiv bei 45 Patienten mit der Verdachtsdiagnose KHK eine Stress-MRT durchgeführt. 16 Patienten wiesen einen positiven (+MRT) und 27 einen negativen Ischämienachweis (- MRT) auf. Auch hier haben wir nach dem oben genannten Schema die Troponin- Konzentrationen zu drei Messzeitpunkten gemessen. Im +MRT Kollektiv waren die hs- TnT Werte zu allen Zeitpunkten höher als im MRT Kollektiv, die hs-TnT Werte waren bei Patienten mit KHK in beiden Gruppen signifikant höher als Patienten ohne KHK und mit Hinzunahme der Troponin-Bestimmung stieg die Spezifität der Ergometrie bei gleichbleibender Sensitivität von 42,9% auf 80% und Sensitivität der MRT von 48,5% auf 72,7%. Erhöhte Troponinwerte bei Patienten mit KHK und bei Patienten mit positivem Ischämienachweis in einer Stress-MRT wurden in mehreren Studien beschrieben. Insgesamt ist eine Troponinbestimmung schnell und leicht durchführbar und zudem kostengünstig. Somit könnte eine singuläre Troponinbestimmung ohne Provokationsverfahren einer myokardialen Ischämie eine gute Alternative als erstes Screening-Verfahren für das Vorliegen einer KHK darstellen. Um genauere Angaben zur Verbesserung der Testgenauigkeit der Ergometrie und Stress-MRT machen zu können, sind größere Studienkollektive notwendig. Auch eine direkte Aussage über die Möglichkeit der Kombination der MRT und der Troponinkonzentration vor dem Belastungstest sollte in einer großen Kohorte validiert werden.
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