Leishmaniosen sind in 88 Ländern der Welt -vor allem in Entwicklungsländern- verbreitet und fordern jährlich bis zu 59.000 Tote. Diese Krankheiten werden von Parasiten der Gattung Leishmania hervorgerufen, die durch Sandmücken der Gattungen Phlebotomus und Lytzomyia übertragen werden. Leishmaniosen zeigen in Abhängigkeit vom Immunstatus des Wirtes und der sie auslösenden Spezies sehr unterschiedliche klinische Manifestationen. Die gefährlichste dieser Krankheiten ist die viszerale Leishmaniose, die unbehandelt in über 90% der Fälle zum Tode führt.Eine ähnliche Symptomatik wie bei kutaner Leishmaniose und verschiedenen anderen Erkrankungen erschwert die Diagnose dieser Krankheit. Darüber hinaus haben die verfügbaren Medikamente gegen viszerale Leishmaniose stark toxische Nebenwirkungen.Verfügbare diagnostische Tests sind unzureichend und meist teuer. Die erschwinglichen Tests sind nicht sensitiv genug, um eine sichere Diagnose zu erstellen, da meistens Rohextrakte promastigoter Leishmanien benutzt werden, die Kreuzreaktionen mit kutaner Leishmnaiose zeigen. Der beste Test ist ein ELISA auf der Grundlage des rekombinanten Antigens K39, der jedoch Mängel in der Reproduzierbarkeit in verschiedenen Endemiegebieten aufweist. Um eine Verbesserung der bisher verfügbaren ELISA-Tests zu erreichen, wurden Antigene gesucht, die sich tandemartig wiederholende Aminosäuresequenzen aufweisen, welche auf eine gute Immunreaktivität hinweisen.Mit Hilfe im Internet verfügbarer Datenbanken und Programme wurden potentielle Antigene zur Diagnose von viszeraler Leishmaniose ausfindig gemacht, kloniert, mit dem rekombinanten Antigen K39 fusioniert und im ELISA getestet. Das daraus entstandene Antigen AK2708 besteht aus einer Fusion von vier verschiedenen Antigenen, ist kostengünstig herzustellen und unterscheidet im ELISA kutane und viszerale Leishmanioseseren aus verschiedenen Endemiegebieten besser als ein Rohextrakt aus promastigoten Leishmanien.
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