Welche Bedingungen ermöglichen ein Leben in Würde bis zuletzt für pflegebedürftige ältere Menschen? Indem vom Konzept der Würde ausgegangen wurde, sollte ein zentraler Begründungsstrang der internationalen Euthanasiediskussion aufgegriffen werden. In einem ersten Schritt stand die Auseinandersetzung mit Würde und ihrer Bedeutung für ältere pflegebedürftige Menschen im Vordergrund, im zweiten Teil ging es stärker um die Erhaltung von Würde in der Versorgung pflegebedürftiger älterer Menschen, wobei der Schwerpunkt auf die letzte Lebensphase, das Sterben, gelegt wurde. Es wird ein qualitativer Forschungsansatz (Grounded Theory) gewählt, wobei verschiedene Erhebungsinstrumente zum Einsatz kamen, im Zentrum standen narrative Interviews mit HeimbewohnerInnen (n=25, Raum Dortmund und München), ExpertInneninterviews (n= 17), Focus Groups mit interdisziplinären Teams in Pflegeheimen (n=3).Die Ergebnisse unterstreichen die in der Literatur konstatierte hohe Vulnerabilität von HeimbewohnerInnen auch hinsichtlich der Kategorie Würde. Die alten Menschen konstatierten Ihre Würde im Prozess der Würdigung, der darauf basiert, dass sie anderen nicht zur Last fallen (Belastungsvermeidung) sowie auf dem, was sie in ihrem Leben geschafft haben (Lebensleistungen). Es wurde eine Würdekonzeption aus BewohnerInnensicht entwickelt, die deutlich zeigt, wie sehr Krankheit und Pflegebedürftigkeit als Bedrohung von Würde angesehen werden, und inwiefern das Vorhandensein sowie die Stabilität sozialer Beziehungen sowie die Qualität der Versorgung in den Heimen auf die sog. relationale Würde einwirken. Daraus werden Konsequenzen für Versorgungsgestaltung und Forschung gezogen.
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