Der Beitrag bestandsbetreuender Tierärzte in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten auf Herdenebene am Beispiel der Paratuberkulose des Rindes
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Weltweit ist in den entwickelten Ländern eine deutliche Zunahme der Herdengrößen in der Milchvieh- und Fleischrindhaltung zu verzeichnen, verbunden mit einem Strukturwandel von kleineren diversifizierten Betrieben hin zu größeren spezialisierten Produktionseinheiten. Damit ist die tierärztliche Tätigkeit in Rinderherden einem Wandel von der Gemischtpraxis mit Einzeltierbehandlung zu einer spezialisierten Beratungstätigkeit in tiergesundheitlichen Fragen mit der Fehlersuche und Problembehandlung im Herdenmanagement und in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten auf Herdenebene unterworfen.Zielstellung dieser Arbeit war es, am Beispiel der Paratuberkulose zu zeigen, welche Ansatzpunkte und Strategien dem bestandsbetreuenden Tierarzt zur Verfügung stehen, um durch Beratungstätigkeit den Rinderhalter im Umgang mit dieser Krankheit zu unterstützen, eine betriebliche Strategie zu entwickeln sowie die etablierten Bekämpfungsmaßnahmen zu begleiten. Der erste Schritt in diesem Prozess ist die Feststellung, ob eine Herde von Paratuberkulose betroffen ist oder nicht. Daher war es Ziel verschiedener Studien, die Testeigenschaften neuer Ansätze zur Diagnostik auf Herdenebene zu evaluieren. Weiterhin sollte die Beeinträchtigung der allgemeinen Tiergesundheit in Folge der Paratuberkulose untersucht werden, da dies eine wichtige Motivation zur Etablierung von Bekämpfungsmaßnahmen im Bestand ist und bisherige Studienergebnisse bezüglich des krankheitsbedingten Einflusses auf die Milchleistung widersprüchlich sind. Daher war der Einfluss der Paratuberkulose auf den Stoffwechsel der Milchkuh unter Produktionsbedingungen und auf die Milchleistung unter besonderer Berücksichtigung von Herdeneffekten zu untersuchen. Die Wirksamkeit bestimmter Maßnahmen auf den Erfolg der Paratuberkulosebekämpfung in den jeweiligen Herden ist bisher unter Feldbedingungen nicht untersucht.Letztendlich war zu zeigen, ob die Paratuberkulose aus Rinderherden verdrängt werden kann oder nicht bzw. ob eine Senkung der Intraherdenprävalenz innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes möglich ist. Mit den Ergebnissen dieser Studien sollten dem Rindertierarzt in der praktischen Beratung nutzbare Informationen über einfach anwendbare Testverfahren, Argumente und Ansätze für die Bekämpfung sowie effektive Strategien an die Hand gegeben werden, um Landwirte zielorientiert beraten zu können.Link to publications or other datasets
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Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
