Das Thema dieser Dissertation sind die räumlichen Veränderungen durch die Zweiteilung der Studiengänge von den ehemaligen Diplom-/Magister- und Staatsexamensabschlüssen hin zu Bachelor- und Masterabschlüssen seit Umsetzung der Bologna-Reform. Dabei wird insbesondere der Aspekt der Studierendenmobilität untersucht, mit welchem weitreichende räumliche Effekte verbunden sind. Dies hängt mit der Homogenisierung und damit einhergehend besseren Vergleichbarkeit der Studienabschlüsse durch die Bologna-Reform, insbesondere der hiermit verbundenen Credit-Point-Struktur der Studiengänge, zusammen. Um diesen Sachverhalt zu untersuchen wird folgendes empirisches Vorgehen genutzt: In drei aufeinander aufbauenden wissenschaftlichen Artikeln werden zum einen mittels Sekundärstatistiken, Daten des Gießener Studierendensekretariats sowie eines Mikrodatensatzes aller deutschen Studierenden die räumlichen Auswirkungen der Bologna-Reform untersucht. So kann festgestellt werden, dass Bachelorstudierende trotz der besseren Vergleichbarkeit der Studiengänge weniger mobil sind als es Studierende der eingliedrigen Studienabschlüsse waren. Die Befunde für Masterstudierende hingegen zeigen, dass diese deutlich distanzunabhängiger in ihrer Studien- und Studienstandortwahl sind. Hier gibt es jedoch fächerbedingte Unterschiede. Während Studierende der Wirtschaftswissenschaften sehr mobil sind und insbesondere im Masterstudium erste arbeitsorientierte Wanderungstendenzen aufweisen, unter-scheiden sich Studierende der Ingenieurswissenschaften im zweigeteilten Studiensystem nur unwesentlich von Studierenden mit dem Abschlussziel Diplom. Die politisch gewünschte Steigerung der Mobilität kann zwar empirisch nachgewiesen werden. Sie variiert jedoch stark zwischen Studienabschlussarten, Fächern und auch Hochschultypen. Hiervon sind insbesondere Hochschulen in ländlichen Regionen betroffen, welche weniger Anziehungskraft für potenzielle Masterstudierende besitzen. Die in dieser Arbeit formulierten Limitationen aufgrund der genutzten Datengrundlage sowie die politischen Handlungsempfehlungen sollen Wege aufzeigen, Studierendenmobilität und deren Auswirkungen und Effekte zu evaluieren und mit Hilfe der vorgeschlagenen Maßnahmen in Zukunft besser zu steuern. Dabei bedarf es nicht nur hochschulspezifischer Projekte, sondern es wird vielmehr ein weiterreichendes regionales Konzept zur verbesserten Sichtbarkeit von Hochschulen benötigt. Zusammen mit Politik, Zivilgesellschaft und Unternehmen vor Ort sollen so die Studienangebote sowie Wege nach dem Studium für Studierende mit den Abschlusszielen Bachelor und/oder Master transparenter und nachhaltiger gestaltet werden.
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