Genetische Untersuchungen über Klauenmerkmale beim Merinoland- und Rhönschaf

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Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, beim Schaf Methoden zur Charakterisierung der Klaue und Einflußfaktoren auf deren morphologische, histologische, physikalische und biochemische Eigenschaften zu untersuchen. Dabei sollten Zusammenhänge ermittelt und genetische Parameter geschätzt werden, um eine mögliche Grundlage für die Selektion auf Klauengesundheit beim Schaf zu schaffen. Dazu wurden die laterale und mediale Klaue der linken Vorder- und Hintergliedmaße von Merinoland- und Rhönschafen zu 3 Meßzeitpunkten untersucht. Es wurden die Parameter Klauenhärte, Dorsalwandlänge, Trachtenlänge, Diagonalenlänge und Dorsalwandwinkel erfaßt. Die Einflüsse von Rasse, Gewicht, Vater, Monat, Haltungsform, Geschlecht und Pigmentierung auf die Klauenmerkmale wurden mittels Varianzanalyse untersucht. Im Klauenhorn wurden die histologischen Parameter Anzahl der Hornröhrchen pro mm2 , Einzelröhrchenfläche und Gesamtröhrchenfläche bestimmt und der Wassergehalt und das Wasseraufnahmevermögen untersucht. Die löslichen Proteine wurden mit Hilfe der isoelektrischen Fokussierung (IEF) aufgetrennt und auf Unterschiede in ihrer relativen Häufigkeit getestet. Die IEF führte zu 26 Banden im pI-Bereich von 3,0 bis 6,5. Die Klauenmaße Klauenhärte, Dorsalwandlänge, Diagonalenlänge und Dorsalwand-winkel waren technisch einfach zu erfassen und zeigten eine hohe Meßgenauigkeit (0,67 - 0,91). Die Rasse, das Gewicht und die Umwelt hatten einen signifikanten Einfluß auf die Klaueneigenschaften. Die Rhönschafe hatten härtere, kürzere und flachere Klauen, eine größere Gesamtröhrchenfläche und einen geringeren Wassergehalt des Klauenhorns als die Merinolandschafe. Mit zunehmendem Gewicht nahm die Klauenlänge zu, während der Winkel flacher wurde und die Zahl der Hornröhrchen pro mm² abnahm. Die Klauenhärte und die relative Häufigkeit der löslichen Proteine nahm bei den Merinolandschafen in den Sommermonaten zu, die Gesamtröhrchen-fläche und der Wassergehalt nahmen gleichzeitig ab. Die im Stall gehaltenen Schafe hatten weichere, längere Klauen mit einem flacheren Dorsalwandwinkel als die Schafe in Hütehaltung auf der Weide. Die Heritabilitätsschätzungen im Alter von 8 - 10 Wochen ergaben für die Klauenmaße überwiegend Werte im mittleren Bereich bis h2 = 0,44. Die Werte der späteren Messungen lagen durch den haltungsbedingten Umwelteinfluß niedriger. Die histologischen Untersuchungen ergaben für die Anzahl der Hornröhrchen Werte von h2 = 0,01 - 0,25 und für die Röhrchenfläche Werte von h2 = 0,35 - 0,82. Der Wassergehalt und das Wasseraufnahmevermögen lagen auf niedrigem Niveau mit Werten bis h2 = 0,29. Der genetische Einfluß auf die Parameter Klauenhärte, Diagonalenlänge und Dorsalwandwinkel war hoch genug, um züchterische Verbesserungen zu ermöglichen. Zusammenhänge zwischen den erfaßbaren Klauenparametern und Klauenerkrankungen sowie ökonomisch wichtigen Parametern müssen vor der Einbindung von Messungen in Zuchtprogramme in weiteren Untersuchungen geklärt werden.

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Erstpublikation in

Wettenberg : VVB Laufersweiler 2002

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