Ziel dieser Arbeit war es, die diagnostische Treffsicherheit der nicht kontrastmittelverstärkten Computertomographie in der Differenzierung von Nebennierenläsionen bei Patienten mit extraadrenalem Primärtumor durch Kombination mehrerer morphologischer Kriterien zu verbessern.In der prospektiv angelegten Studie wurden die nicht kontrastmittelunterstützten Computertomogramme von 56 Patienten mit extraadrenalem Primärtumor und Nebennierentumoren ausgewertet. Die Parameter Größe, Dichte, Binnenstruktur und Begrenzung wurden einer multiplen logistischen Regressionsanalyse unterzogen. Mit der daraus gewonnenen Gewichtung der Einzelparameter wurde ein Befundungssystem erarbeitet, auf dessen Grundlage Nebennierenläsionen bezüglich ihrer Dignität beurteilt werden können.
Sensitivitäten und Spezifitäten der Variablen und Variablenkombinationen werden an ROC-Kurven verglichen. Die definitive Dignität der Nebennierenläsionen wurde durch CT gesteuerte perkutane Biopsie oder Operation (n=14) oder CT Verlaufskontrollen (n=42) gesichert. Es wurden 24 Adenome und 32 Metastasen diagnostiziert.
Der Durchmesser der benignen Nebennierentumoren reichte von 0,5 cm bis 4,5 cm (Mittelwert 2,4 ± 0,7 cm) und war statistisch signifikant geringer als der von Metastasen, die einen Durchmesser von 1,8 cm bis 8,7 cm (Mittelwert 4,5 ± 4,8 cm, p<0,05) aufwiesen. Die Dichtewerte für benigne Läsionen lagen zwischen -10 HE und 25 HE (Mittelwert 9,8 HE ± 12 HE) und waren signifikant niedriger als die maligner Läsionen mit Werten zwischen 9 und 57 HE (im Mittel 32,8 ± 24,9 HE).
Der auf dem logistischen Regressionsmodell basierte Summenscore zeigte die größte Fläche unter der ROC-Kurve. Bei einem Cut-off Wert von 7,05 war die Sensitivität 96% und die Spezifität 100% für maligne Läsionen.
Der vorgestellte Summenscore erweist sich der reinen Dichtemessung im nicht kontrastmittelunterstützten CT deutlich überlegen, er ist einfach und in der klinischen Routine leicht anwendbar.
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