1. Ziel und Gegenstand der UntersuchungDie Evaluationsstudie, die auf einem induktiven Forschungsansatz basiert, hat zwei Ziele. Zum einen ging es um die Evaluation von gesundheitsfördernden Organisations- und Schulentwicklungsprozessen im Setting Schule sowie um eine Evaluation des entstehenden außerschulischen Unterstützungsnetzwerkes innerhalb Hamburgs. Im ersten Teilbereich, an dem vier Hamburger Schulen beteiligt waren, untergliederte sich die Evaluation in zwei Teilevaluationen, um sich intensiver mit den Prozessen der Arbeit mit Gesundheitszirkeln an Schulen auseinander zu setzen. Bei den Teilevaluationen handelte es sich um Fremdevaluationen.2. UntersuchungsmethodenEs liegt ein Methodenmix aus qualitativen und quantitativen Instrumenten zugrunde. Als qualitativ-quantitative Methoden wurden schriftliche Befragungen, Interviews, Gruppendiskussionen durchgeführt und teilweise als Fallstudien betrachtet. 3. Ergebnisse der UntersuchungErgebnisse im Bereich der gesundheitsfördernden Schulentwicklung:Kontextqualität:- positives Schulklima bei mitarbeitenden Schulen- Konzept einer Gesundheitsfördernden Schule größtenteils vorhanden, im Schulentwicklungsprozess umgesetzt und im Schulprogramm integriert- Begriff der Gesundheitsförderung wird als schwierig angesehen.Strukturqualität:- Öffnung der Schule in den Stadtteil teilweise vorhanden- bisherige Aktivitäten sind hauptsächlich auf Ernährung, Bewegung und den Umweltbereich bezogen- ständige Einrichtungen zur Gesundheitsförderung sind vorhanden- zukünftige Schwerpunkte werden im organisationalen und räumlichen Bereich gesehen.- aktuelle Zusammenarbeit innerhalb der Schule: Verbesserungen im Kommunikationsbereich gewünscht, teilweise durch die gesundheitsförderndeSchulentwicklung realisiert- Ein Organisations- und Schulentwicklungsprozess hat größtenteils schon begonnen; als Struktur und Methode wurden die Gesundheitszirkel eingeführt. Ergebnisqualität:- Eine Schule zum Wohlfühlen wird teilweise als zutreffend gesehen- größtenteils herrschen zufrieden stellende Arbeitssituationen vor.Ergebnisse aus dem Bereich der Arbeit mit Gesundheitszirkeln:Strukturqualität:- regelmäßige Treffen unter Beteiligung von Vertreterinnen aller Schulgruppen- Zufriedenheit bezüglich der gemeinsamen Arbeitsstruktur.Prozessqualität:- die Arbeitszufriedenheit der Mitglieder hat sich durch die Mitarbeit im Gesundheitszirkel zum Teil erhöht- Veränderungsprozesse innerhalb der Schule werden von den Mitgliedern als langwierig eingeschätzt.Ergebnisqualität:- Mitglieder beschreiben positive Effekte für die eigene Tätigkeit und für die Schule- Mitglieder erkennen, dass sie ihre Ziele größtenteils erreicht haben- die Analyse der Schulsituation wird größtenteils als gelungen eingeschätzt.Ergebnisse im Bereich des kommunalen Unterstützungsnetzwerkes: Strukturqualität:- es existieren bereits regelmäßige Teilnahmen außerschulischer Kooperationspartner in Arbeitskreisen- informelles Netzwerk bereits vorhanden. Prozessqualität:- als wichtigste Kriterien werden die persönlichen Kontakte untereinander und das persönliche Engagement des Einzelnen eingeschätzt.Ergebnisqualität:- das Institut für Lehrerfortbildung und das Regionale Unterstützungszentrum werden als wichtigste Kooperationspartner gesehen- die Vernetzung und Kooperation kann noch intensiviert werden. Eine Analyse der Ergebnisse machte deutlich, dass die Komplexität des Untersuchungsgegenstandes im Setting Schule überaus groß ist. Die vorliegende Arbeit leistet einen Beitrag zu einer zukünftigen Entwicklung einer mehr theoriegeleiteten Evaluationsforschung, die auf dem Gebiet der schulischen Gesundheitsförderung als dringend notwendig erachtet wird. Um die Komplexität schulischer Gesundheitsförderung besser zu verdeutlichen, wurde ein Modell entwickelt, das auch den Untersuchungsgegenstand des sich entwickelnden kommunalen Unterstützungsnetzwerkes mit betrachtet. Möglichkeiten und Grenzen der Organisations- und Schulentwicklung im Bereich der schulischen Gesundheitsförderung unter besonderer Berücksichtigung des Qualitätsmanagements werden näher beschrieben. Eine Definition des Terminus Gesundheitsfördernde Schulentwicklung, des zentralen praxisorientierten Begriffs der vorliegenden Studie, wird vorgenommen und stellt eine Schnittmenge dar zwischen den Bereichen Gesundheitsförderung, Organisationsentwicklung und Qualitätsmanagement.
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