Prospektive monozentrische Kohortenstudie zum Einfluss dreier verschiedener Aortenklappenersatzverfahren auf die systemische Inflammationsreaktion kardiologischer und kardiochirurgischer Patienten

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2022

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Die hochgradige Aortenstenose (HAS) ist die zweithäufigste Herzklappenerkrankung, da ihre Inzidenz mit steigendem Lebensalter zunimmt und gleichzeitig die Lebenserwartung der Bevölkerung steigt. Bei Patienten mit HAS handelt es sich um Risikopatienten für eine erhöhte perioperative Mortalität. In den letzten 20 Jahren wurden daher zunehmend minimalinvasive Verfahren (transfemorale (TF)- transcatheter aortic valve implantation (TAVI) und transapikale (TA)- TAVI) zur Behandlung der HAS eingeführt. Es ist allerdings unklar, ob minimalinvasive Verfahren einen immunologischen Vorteil gegenüber der konventionellen operativen Aortenklappenersatz (AKE) bieten. In dieser explorativen, monozentrischen Beobachtungsstudie wurden insgesamt 38 Patienten eingeschlossen, welche entweder eine TF-TAVI (n=13), TA-TAVI (n=12) oder einen chirurgischen AKE (n=13) erhielten. Neben dem Auftreten von positiven SIRS-Kriterien, wurde an sechs Zeitpunkten (bis 72 Stunden postoperativ) mittels ELISA und FACS ein breites Spektrum an Zytokinen (IL-1, -2, -4, -6, -10, -17a, -18, TNF-alpha, IFN-γ) quantifiziert. Die Konzentration an Presepsin wurde mit dem Point-of-care System FASTPATHTM gemessen. Zuletzt wurden aus dem Routinelabor weitere inflammatorische Parameter (TNI, PCT, CRP, Leukozytenanzahl) erfasst. Es konnte gezeigt werden, dass die Gruppe der TF-TAVI signifikant niedrigere Plasmaspiegel der untersuchten Zytokine IL-6, PCT, CRP, Leukozyten sowie TNI bot und es zu einem weniger ausgeprägten Anstieg von IL-18 und Presepsin kam. Letzteres galt auch für das Zunehmen von positiven SIRS-Kriterien. Neben generell höheren Plasmaspiegeln fast aller untersuchten Zytokine in beiden chirurgischen Gruppen (TA-TAVI und AKE) persistierte im Vergleich zur AKE die IL-18-Plasmakonzentration nach TA-TAVI, während nach AKE die Konzentration an IL-10 signifikant stieg. Zudem stieg der Anteil positiver SIRS-Kriterien in der TA-TAVI Gruppe zu den späte-ren Zeitpunkten auf über 90%. Die vorliegende Studie konnte zeigen, dass die chirurgische AKE und die TA-TAVI mit einer vermehrten Inflammation im Vergleich zur TF-TAVI einhergingen. Der Einsatz der HLM war mit einem Anstieg von IL-10 assoziiert, was über Regulationsme-chanismen zu der beobachteten Reduktion der IL-18-Plasmakonzentrationen im Ver-gleich zur TA-TAVI geführt haben könnte. Als weitere Ursache der Persistenz von IL-18 nach TA-TAVI kommt ein verzögerter Myokardschaden in Frage, welcher sich in der gemessenen TNI-Plasmakonzentration widerspiegelte. Insgesamt belegt die Studie den Vorteil der TF-TAVI hinsichtlich des perioperativen immunologischen Zytokinprofils.

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