Nachweis der Expression leukozytärer Zytokine im Corpus luteum der Hündin zu definierten Stadien im Diöstrus

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Im Gegensatz zu anderen Spezies sind beim Hund die die Luteolyse steuernden Mechanismen noch weitgehend unklar. Dazu durchgeführte Untersuchungen haben gezeigt, dass zumindest bei der ingraviden Hündin und anders als z.B. bei den landwirtschaftlichen Nutztieren, die Luteolyse nicht durch ein uterines Luteolysin (PGF2alpha) initiert wird.Dies legte die Vermutung nahe, dass die Lutealfunktion und insbesondere die luteale Regression bei der Hündin parakrinen und/oder autokrinen Steuerungsmechanismen unterlegen ist. Sowohl der immunhistologische Nachweis als auch der Nachweis der Expression der mRNA von Progesteron- und Östrogenrezeptoren im CL der Hündin haben erstmals eine solche Rolle für luteales Progesteron und Estradiol-17beta erkennen lassen. Ebenso konnte in vorausgehenden Untersuchungen der immunhistologische Nachweis von CD4- und CD8-positiven T-Lymphozyten sowie von MHC Klasse II exprimierenden Makrophagen im CL der Hündin nachgewiesen werden. Dabei wurde ein Anstieg der CD8-positiven Population sowie der MHC Klasse II exprimierenden Population zum Zeitpunkt der einsetzenden Luteolyse beobachtet. Aus diesem Grund sollte in der vorliegenden Arbeit die Expression der von diesen Immunzellen sezernierten Zytokine ermittelt werden. Um erste Erkenntnisse über das Expressionsmuster von Zytokinen im CL der Hündin zu gewinnen, wurde dabei ein breites Spektrum an Zytokinen zu definierten Zeitpunkten im Diöstrus im Rahmen ansteigender und wieder abfallender Progesteronkonzentrationen mittels RT-PCR untersucht. Dazu wurden jeweils 5 Hündinnen an den Tagen 5, 15, 25 und zwischen dem 60.-80. Tag sowie jeweils 4 Hündinnen an den Tagen 35 und 45 nach der Ovulation einer Ovariohysterektomie unterzogen. Die Corpora lutea wurden möglichst vollständig vom umgebenden Ovargewebe separiert, in Tissue Tec bzw. RNAlater eingebettet und bei 80°C gelagert. Die komplette RNA wurde mit Trizol Reagent isoliert und einer Behandlung mit DNase unterzogen, um Rückstände genomischer DNA zu eliminieren. Danach wurde die RNA unter Verwendung des RNA PCR Core Kit (Perkin Elmer) in cDNA umgeschrieben und anschließend unter Verwendung spezifischer caniner Primer für IL-1beta, IL-2, IL-4, IL-6, IL-8, IL-10, IL-12, TNF-alpha, IFN-gamma und TGF-beta1 amplifiziert. Die PCR-Produkte wurden auf einem 2%igem Agarosegel, das mit Ethidiumbromid gefärbt wurde, sichtbar gemacht. Als Positivkontrolle diente RNA von mit Con A stimulierten caninen Leukozyten und das Housekeeping Gene GAPDH. Als Negativkontrolle wurde Wasser anstelle von RNA mitgeführt, um eine Kontamination der Lösungen auszuschließen. Zur Bestätigung der Ergebnisse wurde die Untersuchung aller Proben nochmals wiederholt und durch Sequenzierung ausgewählter PCR-Produkte zusätzlich abgesichert. Die mRNA der Zytokine IL-8, IL-10, IL-12, TNF-alpha und TGF-beta1 wurde mit gewissen individuellen und experimentell bedingten Variationen weitgehend unabhängig vom Untersuchungstag in beiden Versuchdurchläufen relativ konstant exprimiert. Die Expression von TNF-alpha stellte sich dabei visuell im Vergleich zur Expression von IL-8, IL-10, IL-12 und TGF-beta1 insgesamt etwas schwächer dar. Die Untersuchungen zur Expression der mRNA von IL-4 ergaben in allen Proben eindeutig negative Ergebnisse. Entsprechend negativ verliefen die Untersuchungen zur Expression der mRNA von IL-1beta und IL-2, wobei der Erhalt unspezifischer Amplifikate eine abschließende Interpretation allerdings nicht erlaubt. Die Ergebnisse der Untersuchung zur Expression der mRNA von IL-6 und IFN-gamma sind heterogen. So gelang der Nachweis bei einem Teil der Proben im 1. Versuchsdurchlauf, nicht mehr jedoch im 2. Versuchsdurchlauf. Nachdem die Richtigkeit des Amplifikates für IFN-gamma durch Sequenzierung bestätigt wurde, muss derzeit davon ausgegangen werden, dass die Expression beider Zytokine auf so niedrigem Niveau verläuft, dass ihre Detektion an der Empfindlichkeitsgrenze des angewandten PCR-Verfahrens ist, insbesondere wenn im Rahmen des Probenhandling mRNA verloren geht. Insgesamt gesehen scheinen die Untersuchungsergebnisse jedoch auf eine eher untergeordnete Rolle von IL-6 und IFN-gama im CL der Hündin hin zu deuten. Die in vorliegender Untersuchung dargestellte Expression der mRNA von IL-8, IL-10, IL-12, TNF-alpha und TGF-beta1 im CL der Hündin suggeriert, dass diese Zytokine eine möglichercherweise modulatorische Funktion bei der Differenzierung, Aufrechterhaltung und Regression des CL besitzen könnten. Aus der Literatur ist bekannt, dass IL-10 als luteotroper Faktor die Progesteronproduktion fördert, während TGF-beta1 sowohl luteotrope als auch luteolytische Eigenschaften zugesprochen werden. Wie TGF-beta1 scheint auch TNF-alpha die Differenzierung der Lutealzellen in der frühen Lutealphase zu fördern, während es in der späten Lutealphase die Apoptose durch zytotoxische Effekte zu induzieren scheint. Die Wirkung von IL-8 wird hauptsächlich in der Förderung der Angiogenese des sich entwickelnden CL gesehen. Diese bei anderen Spezies gemachte Beobachtungen jedoch auf Vorgänge im CL bei der Hündin zu übertragen, wären zum gegenwärtigen Zeitpunkt rein spekulativ. Daher sind weitere Untersuchungen, z.B. in einem geeigneten in vitro-System oder der Nachweis des Bildungsortes der Zytokine im CL mittels Immunhistochemie notwendig, um die Ergebnisse weiter zu verifizieren. Mangels geeigneter Antiseren konnten in vorliegender Arbeit diesbezügliche Ergebnisse nicht erhalten werden.

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Erstpublikation in

Wettenberg : VVB Laufersweiler 2004

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