Einfluss der Ohrakupunktur bei einer psychischen Belastungssituation ( Angst vor der zahnärztlichen Behandlung) : Prospektiv randomisierte Doppelblindstudie

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Ungeachtet der heutzutage weitgehend schmerzfreien Behandlung unter Lokalanästhesie sehen noch viele Patienten die zahnärztliche Behandlung als beunruhigende und unangenehme Situation. Dieser Stresszustand stellt für den Patienten eine psychische Belastungssituation dar. Dieser Bereich wurde bislang vorwiegend aus rein psychologischer oder rein zahnmedizinischer Sichtweise erforscht, selten aber im Zusammenspiel zwischen Zahnmedizin und Psychologie. Als eine Behandlungsalternative gegen die Angst vor der zahnärztlichen Behandlung ist die Ohrakupunktur anzusehen. Die Ohrakupunktur gehört zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die in den letzten Jahren trotz des geringenForschungsinteresses in der Patientenversorgung populärer geworden ist und einen immer höheren Stellenwert einnimmt. Die in dieser Untersuchung angewandte Punktkombination in der Ohrakupunktur verspricht stressreduzierende und psychovegetative ausgleichendeReaktionen (68,98). Aufgrund der Situation der einerseits fehlenden Anzahl an wissenschaftlichen Studien mit einem anerkannten Qualitätsstandard und andererseits dem größer werdenden Interesse der Patienten an Behandlungsalternativen zurZahnbehandlungsangst wurde folgendes Studiendesign entwickelt: Bei 95 Patienten wurde anhand einer experimentellen Anordnung in einer prospektiv randomisierten Studie die Wirkung von fünf verschiedenen Behandlungsformen in einer psychischen Belastungssituation (Angst vor der zahnärztlichen Behandlung) untersucht: Gruppe ohne Vorbehandlung als Nullgruppe Gruppe Verum-Nadel-Akupunktur Gruppe Placebo-Nadel-Akupunktur mit einer Einfachverblindung Gruppe Akupunktur mit einem inaktivierten Laser als Doppelverblindung Gruppe Akupunktur mit einem aktivierten Laser als Verum-Behandlung Das Ziel dieser Studie ist die Effizienz der Ohrakupunktur sowohl im Bereich der objektiven Parameter (Herzrate und Cortisol) als auch der subjektiven Parameter (Situative Befindlichkeit) im Vergleich zu einer Nullgruppe und zweier Kontrollgruppen zu untersuchen. Dazu wurden folgende Hypothesen überprüft: 1) Die Ohrakupunktur reduziert eine stressinduzierte Verschlechterung der situativenBefindlichkeit. 2) Die Ohrakupunktur reduziert stressinduzierte Cortisolkonzentrationsanstiege. 3) Die Ohrakupunktur reduziert stressinduzierte Herzfrequenzanstiege. Zur Reduktion von Befindlichkeitsitems wurde im Bereich der situativen Befindlichkeit eine Faktorenanalyse durchgeführt. Die Ergebnisse stellen sich in dieser Untersuchung wie folgt dar: 1) Die Ohrakupunktur reduziert nicht eine stressinduzierte Verschlechterung dersituativen Befindlichkeit. 2) Die Ohrakupunktur hat keinen Effekt auf die Wahrnehmung körperlicherSymptome. 3) Die Ohrakupunktur reduziert nicht eine stressinduzierte Erhöhung desSpeichelcortisols. 4) Die Ohrakupunktur reduziert stressinduzierte Herzfrequenzanstiege. Schlussfolgerung: Trotz aller Einwände, die man gegenüber der Selbstbeurteilung mittels psychologischer Fragebögen vorbringen kann, ist sie der entscheidende Faktor bei Therapieansätzen zur Reduzierung von Zahnbehandlungsangst.Aufgrund der Komplexität des Ansatzes musste die Analyse auf einzelne Aspekte und Faktoren beschränkt bleiben und konnte nur einen Teil aller erfassten Daten berücksichtigen.Die weitere Auswertung der erfassten Daten bietet Grundlage für weitere interessante Erkenntnisse des Zusammenspiels von Psyche, Akupunktur und Zahnbehandlungsangst. Zusammenfassend lässt sich aus der Untersuchung folgern, dass sich die verwendete Akupunktur nicht auf die subjektive Befindlichkeit des Patienten, wohl aber auf das physiologische Erregungsniveau auswirkt.

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