Die Messung approximaler parodontaler Taschen mittels einer neu entwickelten Sonde

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In der vorliegenden Studie stellte sich die Frage, wie Messfehler beim Sondieren approximaler Zahnflächen mit der orthograd markierten PAR-Messsonde (WHO) vermieden werden können. Hierfür wurde eine neue Sonde entwickelt, welche ein herkömmliches Funktionsende besitzt (Mod. WHO-Markierung), mit dem alle orthograd zugänglichen Taschen (vestibulär, lingual) wie gewohnt sondiert werden können. Das neu entwickelte Funktionsende der PAR-Mess-Sonde P-WHO-GI/30 von KKD (Deutsches Patentamt G 91 11 044.0) hat einen um 30° zur Sondenachse abgeknickten Sondenteil mit entsprechender obliquer (schräger) Skalierung. Ein definiertes Einführen der Sonde in approximale Taschen im Winkel von 30° wird durch den Sondenteil vor der 30° Knickung ermöglicht, der parallel zur Zahnachse gehalten wird. So sollte bei gewohntem Sondenhandling die Messgenauigkeit erhöht werden. 1. Um die Reproduzierbarkeit der Messergebnisse mit dem neu gestalteten Funktionsende der obliquen Sonde (GI/30) zu überprüfen, wurden jeweils 302 approximale Sondierungstiefen in zwei unabhängigen Sitzungen im Abstand von durchschnittlich 21 Tagen gemessen. Hierbei ergab sich in 53,6 % der Fälle keine Abweichung zwischen beiden Messungen und in 40,4 % aller Messungen fand sich eine 1 mm Abweichung, welche am häufigsten bei Sondierungstiefenmessungen an Molaren (49,1%) festzustellen war. Die Messergebnisse zeigten einerseits eine gute Reproduzierbarkeit der Sondierungen mit der GI/30-Sonde und andererseits die Problematik des Schräghaltens der Sonde an approximalen Zahnflächen im Seitenzahnbereich. Hier war auch mit der neuen Sonde die Abweichung zwischen wiederholten Messungen statistisch signifikant höher als bei Schneidezähnen. Eine größere Abweichung fand sich auch zwischen zwei Messungen für Zähne mit Lücken und endständigen Zähnen als für Zähne bei Nachbarzähnen (± 0,60 mm gegenüber ± 0,51 mm). Folglich zeigte die GI/30-Sonde für Tiefenmessungen, die wegen Zahnlücken und endständiger Zähne auch mit der herkömmlichen Sonde ungehindert durchgeführt werden konnten, keine Vorteile. 2. Für den Vergleich approximaler Sondierungstiefenmessungen mit der herkömmlichen orthograden und der neuen GI/30-Sonde wurden insgesamt 1548 approximale Sondierungstiefen an 44 Patienten mit der Diagnose Parodontitis mit beiden Sonden gemessen. Die mit der orthograden Sonde gemessenen Sondierungstiefen waren im Mittel um 0,68 mm größer als die mit der obliquen Sonde durchschnitt¬lich gemessenen Tiefen, wobei sich für Schneide- und Eckzähne eine höhere mittlere Abweichung ergab, als für Molaren und Prämolaren. Bei der Messung approximaler Sondierungstiefen an Zähnen mit Lücken und endständigen Zähnen betrug die mittlere Abweichung zwischen der Messung mit orthograder und obliquer Sonde +0,52 mm; bei Zähnen mit Nachbarzähnen waren es +0,73 mm. In 48,7 % aller Sondierungen an Zähnen mit Lücken und an endständigen Zähnen, jedoch nur in 32,2 % aller Fälle an Zähnen mit Nachbarzähnen, wurde keine Abweichung zwischen orthograder und obliquer Sonde beobachtet. Beim Vergleich der Messrichtungen betrug die mittlere Abweichung zwischen der orthograden und der obliquen Messung von approximalen Sondierungstiefen an Schneidezähnen +0,63 mm bei der Messung von vestibulär nach lingual, dagegen +0,88 mm bei der Messung von lingual nach vestibulär. Dagegen waren keine statistisch signifikanten Unterschiede beim Vergleich der Messrichtungen im Seitenzahngebiet feststellbar. Eine absolute Richtigkeit der obliquen Messung vorausgesetzt, war der Messfehler der orthograden Sondierung, der sich in dem Winkel alpha widerspiegelte, den man aufgrund der anatomischen Verhältnisse zur Messung anwendete, an Zähnen mit Lücken und endständigen Zähnen mit 41,9° und an Schneidezähnen mit 38,5° am größten und bei den Molaren mit 35,4° am kleinsten. Diese Befunde entsprachen nicht den Erwartungen. Insgesamt gesehen zeigen die vorliegenden Untersuchungen, dass Sondierungs-messungen mit der neuen GI/30-Sonde ebenso gut reproduzierbar sind wie mit konventionellen Sonden. Die Messgenauigkeit dieser Methode hängt wie auch bei anderen Sonden von der Zahnstellung und morphologie ab. Da die Zugänglichkeit zum Approximalraum im Frontzahngebiet weniger eingeschränkt ist und die Sondierung an Zähnen bei Lücken und Endständigkeit mit neuer und herkömmlicher Sonde gleich schwierig ist, können diese Zahngruppen weiter wie bisher mit der orthograd markierten Sonde gemessen werden.

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