Versorgung hilfe- und pflegebedürftiger Personen im Verbund
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Zusammenfassung
Ziel der Arbeit war es, Gestaltungsempfehlungen für eine Versorgung hilfe- undpflegebedürftiger Personen im Verbund aus verschiedenen Perspektivenzu geben. Im Zentrum standen zwei Perspektiven. Dies war auf der einen Seitedie Perspektive der Akteure und Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens,die sich zu einem institutionellen Versorgungsverbund zusammengeschlossenhaben, um eine einzelfallübergreifende Abstimmung von Versorgungsleistungenzu realisieren. Auf der anderen Seite stand die Perspektive derzu versorgenden Personen und ihrer Angehörigen, die im Einzelfall die Versorgungunter einer mehr oder weniger starken Einbeziehung verschiedenerAkteure und Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens realisieren.Eine Versorgung hilfe- und pflegebedürftiger Personen im Verbund ist dabeiaus mehreren Gründen vorteilhaft und wird von vielen Seiten gefordert.Rechtliche Änderungen insbesondere im Sozialrecht haben zu einer Forcierungvernetzter Versorgungsstrukturen im Gesundheits- und Sozialwesen geführt.Hierzu tragen vor allem die Einführung der integrierten Versorgungnach § 140a-d SGB V und § 92b SGB XI sowie die Einführung von Pflegestützpunktennach § 92c SGB XI bei. Die Akteure und Einrichtungen stehenvor der Herausforderung, neue Versorgungsmodelle zu etablieren, welcheletztendlich zu einer Verbesserung der Versorgung von Personen führen sollen.Zur Systematisierung der konkreten Anforderungen an die Versorgung imEinzelfall erfolgte eine Herausarbeitung idealtypischer Versorgungsstile hilfeundpflegebedürftiger Personen. Als theoretischer Bezugsrahmen diente mitder Theorie haushälterischen Handelns ein haushaltswissenschaftlicher Ansatz,welcher eine ganzheitliche Betrachtung des Versorgungsstils erlaubt. Mitdem traditionell-familialen, dem informell-familialen, dem formell-familialenund dem non familialen Versorgungsstil wurden vier idealtypische Versorgungsstileunterschieden.Im Folgenden standen Möglichkeiten der Umsetzung einer berufsgruppen-,organisations- und sektorenübergreifenden Zusammenarbeit der Akteure undEinrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens im Zentrum der Betrachtung.Unter Nutzung der Systemtheorie war es möglich, einen institutionellenVersorgungsverbund als Ergebnis eines freiwilligen Zusammenschlusses verschiedenerAkteure und Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens,als Modell darzustellen. Es wurden verschiedene Eigenschaften herausgearbeitet, welche den institutionellen Versorgungsverbund kennzeichnen, sowieMöglichkeiten der Gestaltung des normativen, strategischen und operativenManagements aufgezeigt. Die Vielfalt an Ausprägungen der Eigenschaftensowie Gestaltungsoptionen des Managements führen dazu, dass sich jeder institutionelleVersorgungsverbund anders darstellt.Eine systematische Beschreibung des institutionellen Versorgungsverbundserlaubte das Konzept des integrierten Managements von Bleicher, welches aufder Systemtheorie beruht und nachdem sich jede Organisation in fünf Subsystemezergliedern lässt. Demnach setzt sich der institutionelle Versorgungsverbundaus einem Hilfe-, Koordinations-, Planungs- und Kontroll-, Entwicklungs-sowie Wertesystem zusammen.Welche Erwartungen, Vorstellungen und Wünsche zentrale Akteure und Einrichtungendes Gesundheits- und Sozialwesens als potenzielle Verbundteilnehmerinnenund -teilnehmer an den institutionellen Versorgungsverbundstellen, wurde mithilfe einer empirischen Erhebung erfasst. Hierzu wurdenHausärztinnen und -ärzte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Krankenhäusern,Leiterinnen und Leiter ambulanter und stationärer Pflegeeinrichtungensowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kranken- und Pflegekassen zuihren Anforderungen an eine wohnortnahe Koordination befragt. Anhand derAntworten konnten Rückschlüsse auf die präferierte Ausgestaltung des Managementsim institutionellen Versorgungsverbund gezogen werden.Der weitaus größte Teil der Befragten stimmte den Auswertungsergebnissenzufolge einer verpflichtenden Grundorientierung des normativen Managementseher zu als einer opportunistischen Grundorientierung. Hinsichtlich derAusgestaltung des strategischen Managements dürften die meisten Befragteneine veränderungsorientierte Ausrichtung des institutionellen Versorgungsverbundseher befürworten als eine stabilitätsorientierte Ausrichtung. Dasoperative Management des institutionellen Versorgungsverbunds ist so zu gestalten,dass es den einzelnen Verbundteilnehmerinnen und -teilnehmern Autonomieund Selbstständigkeit ermöglicht, ohne dass die Erreichung gemeinsamerZiele und Erfüllung gemeinsamer Zwecke gefährdet sind.Aus der Perspektive der zu versorgenden Personen und ihrer Angehörigenzeigt sich der Erfolg des institutionellen Versorgungsverbunds bei der Versorgungim Einzelfall und somit innerhalb des individuellen Versorgungsverbunds.Die Anforderungen hilfe- und pflegebedürftiger Personen an die Gestaltungdes individuellen Versorgungsverbunds stellen sich vielseitig dar undbeziehen sich insbesondere auf die zu erbringenden Versorgungsleistungen,die Akteure, welche Versorgungsleistungen erbringen, sowie die Koordinationverschiedener Versorgungsleistungen zur Sicherstellung einer ganzheitlichenVersorgung. Ausgehend von den generellen Anforderungen an den individuellenVersorgungsverbund konnten vor dem Hintergrund der spezifischen Besonderheitenidealtypischer Versorgungsstile, Möglichkeiten der optimalenGestaltungen einer Versorgung im Verbund, welche sich im Wesentlichendurch einen Versorgungsmix aus formeller und informeller Unterstützungauszeichnet, sowie Gestaltungsempfehlungen für den institutionellen Versorgungsverbund formuliert werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
