Die vorliegende Arbeit stellt innovative, mediengestützte Konzepte zur unterstützenden Beratung von Kindern und Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas für den präventiven und therapeutischen Bereich vor. Den Kern der vorliegenden Dissertationsschrift bilden drei Veröffentlichungen (Originalartikel) aus internationalen Fachzeitschriften, in denen Konzepte der systemischen Telefonberatung zur Unterstützung von Familien bzw. Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas beschrieben werden. Folgende Ergebnisse können aus der Arbeit abgeleitet werden: Für präventive Maßnahmen im Bereich der Adipositas im Kindes- und Jugendalter können Kinderarztpraxen eine gute Möglichkeit darstellen, betroffene Familien zu erreichen. Die Erreichbarkeit von Familien mit einem niedrigen sozioökonomischen Status (SES) für präventive Lebensstilinterventionen bleibt schwierig. Die angesprochenen Familien nehmen ein telefonbasiertes, verhaltenspräventives Angebot jedoch nur begrenzt wahr. Telefonbasierte Lebensstilinterventionen können einen günstigen Effekt auf den BMI-SDS von Kindern u. Jugendlichen (4-17 Jahre) haben, wenn sie gemäß dem Programmmanual durchgeführt werden. Die Ergebnisse des vorgestellten T.A.F.F.-Programms sind vergleichbar mit herkömmlichen Beratungsprogrammen, bei denen die Beteiligten persönlich aufgesucht werden bzw. die Beratung in Gruppen oder Einzelsettings in einer Praxis oder Klinik angeboten wird. Nachsorge mittels digitaler Medien ist gut umsetzbar. 14- bis 18-jährige Jugendliche nehmen diese Form der Nachbetreuung nach einer stationären Adipositastherapie an; die Dropout-Raten sind gering. Für den Nachsorge-Bereich ist zu überdenken, Programme direkt aus den entsprechenden Rehabilitationskliniken heraus anzubieten. Die bereits entstandene Therapeuten-Patienten-Beziehung zwischen dem in der Reha-Klinik tätigen (psychologischen) Personal und den Betreuten könnte als Ausgangsbasis genutzt werden.
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