Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde erstmals der Magnetowiderstands-Effekt im System Silberselenid-Silber systematisch in Abhängigkeit vom Silbergehalt untersucht. Für homogenes einphasiges Siberselenid konnte ein normaler Magneto\\-widerstands-Effekt bestimmt werden, der sich durch die Ablenkung der Ladungsträger im Magnetfeld (Lorentz-Kraft) erklären lässt. Silberselenid mit heterogenem Silberüberschuss zeigt hingegen ein völlig anderes, mannigfaltiges magnetoresistives Verhalten. Bei geringem Silberüberschuss findet sich sowohl ein linearer positiver als auch ein sättigender negativer Magneto\\-wider\\-stands-Effekt, beziehungsweise eine Überlagerung beider Effekte. Welcher Effekt auftritt, ist entscheidend von der Art der Silberausscheidungen und somit von der Mikrostruktur der Proben abhängig. So können durch thermische Behandlung und damit durch Änderung der Mikrostruktur beide Effekte ineinander überführt werden. Bei großem Silberüberschuss zeigt sich ein Magnetowiderstands-Effekt, der bezüglich seiner Magnetfeldabhängigkeit dem normalen Magnetowiderstands-Effekt entspricht.
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