Downregulation der hypophysären GnRH-Rezeptoren mit einem neuen GnRH-Implantat beim Rüden
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Zusammenfassung
Die Downregulation der hypophysären GnRH-Rezeptoren durch Anwendung von Implantaten die einen GnRH-Agonisten kontinuierlich freisetzen, bietet eine effektive und reversible Alternative zur chirurgischen Kastration des Rüden. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den Effekt von Gonazon® (Intervet), einem neuen Implantat, das als Wirkstoff 18,5 mg des GnRH-Agonisten Azagly-Nafarelin enthält, an acht Beagle-Rüden zu ermitteln.Nach einer Eingewöhnungsphase (1. Versuchsphase) und einer dreiwöchigen Versuchsperiode (2. Versuchsphase), in der die Hunde als ihre eigene Kontrollgruppe dienten,wurde allen Hunden das Implantat am gleichen Tag subkutan, paraumbilikal appliziert; damitbegann die 3. Versuchsphase. Bei 4 Hunden (Gruppe 1) wurde das Implantat nach 180 Tagen wieder entfernt, bei den anderen 4 Rüden (Gruppe 2) nach 365 Tagen. Nach Entfernung des Implantats bzw. nach Wirkungsverlust, ergab sich eine vierte, 20 bis 30 Wochen andauernde Versuchsphase.Zur Erfassung von Eintritt und Aufhebung der Downregulation, wurden über alle Versuchsphasen hinweg mindestens einmal wöchentlich Blutproben zur Bestimmung der Testosteron- und Estradiol-17ß-Konzentrationen entnommen. Zusätzlich wurden zur Ermittlung der LH-Freisetzung zu bestimmten Zeitfenstern Blutproben in 20 minütigem Abstand über 6 Stunden gewonnen. Weiterhin wurde alle zwei Wochen die Prostata- und Hodengröße ermittelt. Versuche zur Samenentnahme mit nachfolgender Spermauntersuchung wurden in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Nach Implantation sanken bei allen Hunden die Testosteronkonzentrationen innerhalb von 8 bis 22 Tagen unter die Nachweisgrenze von 0,1 ng/ml ab. Im gleichen Zeitraum fielen auch die Estradiol-17ß-Konzentrationen auf Basalwerte. 11 Wochen nach der Implantation war die Verfügbarkeit von LH um ca. 70 % reduziert. Weiterhin zeigte sich eine Verringerung der Hodengröße um durchschnittlich 82 % 13 bis 17 Wochen nach Implantation und die Größe der Prostata nahm innerhalb von 5 Wochen um ca. 46 % ab. 5 bis 7 Wochen nach Implantation konnte von keinem der Rüden mehr Ejakulat gewonnen werden. Die Rüden der Gruppe 1 waren zum Zeitpunkt der Implantatentfernung nach 180 Tagen noch downreguliert. Von den Tieren der Gruppe 2 war nur ein Hund nach 365 Tagen noch downreguliert, bei den anderen Rüden kam es zu einem Wirkungsverlust nach durchschnittlich 251,7 ± 74,2 Tagen. Sieben bzw. drei Wochen nach der Entfernung bzw. nach Wirkungsverlust, erreichten die Testosteron- und Estradiol-17ß-Konzentrationen bei allen acht Hunden wieder die Ausgangswerte, stiegen danach jedoch noch weiter an, am Ende der 4. Versuchsphase lagen die Testosteronwerte signifikant über den Ausgangswerten. Die Verfügbarkeit von LH entsprach 11 Wochen nach der Entnahme des Implantates wieder der vor der Behandlung. Nach 16 bis 20 Wochen erreichten auch die Hoden wieder ihre Ausgangsgröße, bei der Prostata war dies bereits nach 8 bis 9 Wochen der Fall, wobei bei drei Hunden die ursprüngliche Größe sogar deutlich überschritten wurdeBei 6 Rüden hatte die Ejakulatqualität 20 bis 30 Wochen nach Implantatentfernung die Ausgangsqualität wieder erreicht, ein 7. Rüde (Elvis) wies bis zum Ende der vierten Versuchsphase eine Oligo- und Teratozoospermie auf. Der 8. Hund (Eddie) zeigte bis Versuchsende eine Azoospermie. Der Rüde wurde 40 Wochen nach Implantatentfernung kastriert und die Hoden histologisch untersucht, wobei sich keine Hinweise auf eine Störung der Spermatogense zeigten, so dass eine Obstruktion im Bereich der oberen samenableitenden Wege vermutet wurde. Die Behandlung mit Gonazon® führte bei allen acht Hunden zu einer effektiven Ausschaltung der Hodenfunktion. Für Gonazon® ergab sich eine mittlere Wirkungsdauer von 284,7 ± 54,1 Tagen (ca. 9,5 Monate), die Effekte auf die Hormonfreisetzung, Hoden- und Prostatagröße waren bei allen Hunden voll reversibel.Zur Überprüfung der Reversibilität der Spermaqualität und der Anwendung des Präparates bei Zuchtrüden sollten weiterführende Studien an einer größeren Tierzahl durchgeführt werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2008
