Verbesserung der biochemischen und biophysikalischen Surfactanteigenschaften durch transbronchiale Surfactanttherapie beim ARDS
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Zusammenfassung
Die vorliegende Studie wurde durchgeführt um den Einfluß einer transbronchialen Surfactantapplikation auf die biochemischenund biophysikalischen Eigenschaften des Surfactantsystems an Patienten mit ARDS und septischem Schock zu untersuchen. Es wurden 25 Patienten mit ARDS in die Studie eingeschlossen, die jeweils 300-500 mg/kg KG Surfactant erhielten. Es wurden zuden Zeiten 3 Stunden vor, 24 und 72 Stunden nach Surfactantapplikation eine bronchoalveoläre Lavage durchgeführt. Die Kontrollgruppe bestand aus 12 jungen lungengesunden Probanden. Es wurde das Zell-depletierte bronchoalveoläre Lavagematerial auf biochemische, immmunologische und biophysikalische Eigenschaften untersucht. Es fanden sich weitreichende Veränderungen der Surfactanteigenschaften in der BAL von ARDS-Patienten vor Surfactantapplication im Vergleich zu Lungengesunden. Diese beinhalten eine deutliche Verminderung der large surfactant aggregate und eine signifikante Verminderung des Gesamtphospholidgehaltes mit verändertem Phospholipidprofil. Es konnte bei ARDS Patienten ein deutlicher Abfall der relativen Konzentration an Phosphatidylcholin (PC) und Phosphatidylglycerol (PG) bei gleichzeitigem Anstieg von Phosphatidylinositol(PI) und Sphingomyelin (SPH) beobachtet werden. Es wurde zusätzlich ein Abfall des Palmitoylierungsgrades des PC zu Gunsten erhöhter einfacher oder mehrfach ungesättigter Fettäuren beobachtet. Die minimale Oberfflächenspannung war ebenfalls bei ARDS Patienten deutlich erhöht. Nach Surfactantapplikation stieg der Oxygenierungsquotient (PaO2/FiO2) deutlich an. Gleichzeitig wurden eine signifikante Veresserung der biochemischen Zusammensetzung der BAL mit signifikantem Anstieg des Gesamtphospholipidgehaltes und einer annähernden Normalisierung des Phospholipidprofils sowie des relativen Gehaltes an large surfactant aggregates und SP-B beobachtet. Der SP-A Gehalt innerhalb der LSA-Fraktion war weiterhin deutlich vermindert, zurückzuführen auf das fehlenden von SP-A im exogen zugeführten Surfactantpräparat.Bezüglich der biophysikalischen Aktivität konnten nur eine partielle Besserung im Hinblick auf die Oberflächenspannung nach Surfactanttherapie erziehlt werden. Eine transbronchiale Applikation größerer Mengen eines exogenen Surfactantpräparates ist somit in der Lage, eine weitreichende Besserung der Surfactanteigenschaften im alveolären Kompartiment der Patienten zu erziehlen und bewirkt paralle hierzu eine weitreichende Besserung des Gasaustausches. In wie weit durch einen solchen Ansatz die Mortalität dieser Erkrankung weiterführend gebessert werden kann, muß in nachfolgenden kontrollierten Studien verifiziert werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
European respiratory journal , 19 (2002) 5, S. 797-804
