Immunologische Aspekte und Stressregulation bei Fatigue

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Fatigue ist ein Begriff, der eine körperliche messbare, meist muskuläre oder eine empfundene Erschöpfung beschreibt. Fatigue als Zustand wird bei einer breiten Palette langfristiger Belastungen beobachtet, wie etwa bei chronisch infektiösen, autoimmunen oder Krebserkrankungen, sowie bei psychischen Störungen. In diesem Artikel wird ein Überblick zu den bislang bekannten biopsychosozialen Zusammenhängen zwischen Fatigue, psychosozialer Belastung, Stress- und Immunantwort gegeben. Es wird herausgearbeitet, wie chronische Entzündungsprozesse und Stress bei Fatigue interagieren und für welche therapeutischen Ansätze bislang Evidenz vorliegt. Gemäß dem aktuellen psychoneuroimmunologischen Wissensstand und dem biopsychosozialen Modell können sowohl hohe körperliche und als auch psychosoziale Belastungen in einer neuroendokrin-immunologischen Dysregulation konvergieren. Die Fatigue-Symptomatik korrespondiert nach diesem Modell mit einer chronisch überaktivierten angeborenen Immunantwort. Bei chronischer Immunaktivierung wird zudem eine Fehlaktivierung der erlernten Immunantwort begünstigt, die von (Auto‑)Antikörperproduktion und hyperaktivierten T‑Lymphozyten dominiert wird. PatientInnen, die von Fatigue berichten, weisen jedoch nicht notwendigerweise immunologische Dysregulationen auf. Hier besteht aktuell Forschungs- und Aufklärungsbedarf, um Subpopulationen von PatientInnen und spezifisch zugeschnittene Behandlungskonzepte zu identifizieren.

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Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz 67 (2024), 1222 - 1230

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