Die Sicherheit und Wirksamkeit der Immunrekonstitutionstherapie in der Regelversorgung der Multiplen Sklerose

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Die Immuntherapie der Multiplen Sklerose hat sich in der vergangenen Dekade erheblich gewandelt. Eine vormals nur unzureichend behandelbare Erkrankung wird nunmehr mit dem Therapieziel „Krankheitsstillstand“ behandelt. Unter den in ihren jeweiligen randomisiert-kontrollierten Studien erfolgreich geprüften und in der Folge zugelassenen Medikamenten nehmen die „Immunrekonstitutionstherapeutika“ eine Sonderrolle ein, da sie ihre hohe Wirksamkeit kombinieren sie mit dem Vorteil langfristiger Therapiefreiheit. Allerdings verbleiben auch nach den Zulassungsstudien relevante Fragen ungeklärt. Einerseits beinhalteten die klinischen Studien überwiegend therapienaive und junge Patienten, andererseits war zum Zeitpunkt der jeweiligen Studien der Großteil der heute verfügbaren Medikamente noch nicht verfügbar. Dementsprechend fehlen belastbare Informationen zur Sicherheit und Wirksamkeit von heute selbstverständlichen Therapiesequenzen.
Im Rahmen der vorgelegten kumulativen Habilitationsschrift werden die gewonnenen Erkenntnisse multizentrischer Kohortenstudien des Verfassers zu den verfügbaren Immunrekonstitutionstherapeutika (Alemtuzumab, Cladribin, Ocrelizumab) dargestellt. Die Einflüsse der Vorbehandlung mit Sphingosin-1-Rezeptormodulatoren auf die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlungen mit Alemtuzumab (reduzierte Wirksamkeit und erhöhtes Risiko sekundärer Autoimminutät) und Ocrelizumab (reduzierte Wirksamkeit) werden dargestellt und eingeordnet. Ebenso werden die Einflüsse der Therapiesequenzen auf die Wirksamkeit und Sicherheit einer Therapie mit Cladribin (erhöhtes Risiko von Lymphopenien und Herpesvirus-Reaktivierungen) erörtert. Ferner werden in der vorgelegten Schrift weitere, in der Regelversorgung neu beobachtete/erweiterte unerwünschte Ereignisse (neuartige Autoimmunphänomene unter Therapie mit Alemtuzumab und Erkrankungen der Haut unter Therapie mit Alemtuzumab&Cladribin) diskutiert.

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