Untersuchungen zu Ursachen, klinischem Verlauf und Komplikationen der Schlundverstopfung (Obstipatio oesophagi) beim Pferd

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Ursachen, klinischer Verlauf und Komplikationen einer Schlundverstopfung (Obstipatio oesophagi) beim Pferd In der vorliegenden Arbeit wurden 30 Tiere mit einer Schlundverstopfung mit einer Kontrollgruppe von 10 Tieren verglichen. Die Pferde der Kontrollgruppe wurden wegen einer chronischen Lahmheit zur Diagnostik stationär aufgenommen, bei der klinischen Eingangsuntersuchung zeigten sie keine Anzeichen einer systemischen Erkrankung. Die klinischen Parameter waren Herzfrequenz, Atemfrequenz und Körpertemperatur und labordiagnostische Parameter die Bestimmung von Kortisol, Hämatokrit, Glukose und Akute-Phase-Proteinen. Die Studie hatte das Ziel, folgende Fragen zu prüfen: Welche Komplikationen treten auf? Bedingt ein höherer Stress ein erhöhtes Risiko an einer Kolitis X zu erkranken? Beobachtet man einen messbaren Anstieg der Akute-Phase-Proteine oder eine Veränderung der Darmflora? Kann man prognostische Parameter definieren, die bei Erstuntersuchung der Pferde über den klinischen Verlauf und Komplikationen eine Aussage über die Prognose erlauben? Die Patienten wurden in drei Gruppen unterteilt: Patienten mit Obstipationen (Gruppe1; N=10), Patienten mit Obturationen (Gruppe 2; N=9) und Patienten, deren Symptome bei Ankunft in der Klinik nicht mehr sichtbar waren (Gruppe 3; N=11). Die Schlundverstopfung konnte bei 17 der 19 Tiere durch eine konservative Therapie unter Sedation beseitigt werden. Zwei Patienten (Nr. 10, 15) mit einer Obturation wurden in Allgemeinanästhesie verbracht, um die Verstopfung am in Seitenlage liegenden Pferd zu therapieren. Die Ursache konnte bei Patient (Nr. 15) nicht beseitigt werden, er wurde euthanasiert. Bei den Obstipationen waren Zuckerrübenschnitzel ursächlich öfter vertreten als andere Futtermittel. Die Verstopfungen mit Rübenschnitzeln erforderten auch eine längere Therapiedauer als bei den anderen therapierten Obstipationen (Tab. 9). Bei den Obturationen häuften sich Verlegungen mit Äpfeln, aber auch Einstreumaterialien wurden als Ursache gefunden (Tab. 10). Die 24 erfolgreich behandelten Patienten wurden nach einem Klinikaufenhalt von 4-5 Tagen ohne weitere Beschwerden entlassen. Drei Patienten aus Gruppe 3 wurden nach Untersuchung und anschließender Endoskopie noch am selben Tag entlassen. Die Kontrolltiere blieben durchschnittlich 4 Tagen in der Klinik. Bei dreien der erfolgreich therapierten Pferde traten während des Klinikaufenthaltes Komplikationen (Hyperlipidämie und Symptome der Kolitis X) auf. Sie wurden wegen einer infausten Prognose euthanasiert. Die Herz- und Atemfrequenz der Patienten und der Kontrollpferde war während des Klinikaufenthaltes erhöht. Bei der Patientengruppe wurden im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant höhere Erhöhungen der klinischen (Herzfrequenz, Atemfrequenz, Körpertemparatur und labordiagnostischen (Kortisol, Differentialblutbild, Glukose, Hämtokrit, Akute-Phase-Proteine) Werte gemessen. Die Tiere mit einer Schlundverstopfung zeigten insgesamt höhere Stresswerte (erhöhte Werte bei Herz- und Atemfrequenz, Kortisol, im Differentialblutbild und Glukose). Die Serumkonzentrationen der Akute-Phase-Proteine SAA, Haptoglobin und Fibrinogen waren bei der Patientengruppe signifikant erhöht. Die Messungen des weißen Blutbildes konnten kein Abfall der Gesamtleukozytenanzahl bei Eintritt von Kolitissymptomen nachweisen. Bei den untersuchten Kotproben ließ sich weder qualitativ noch semiquantitativ ein Unterschied zwischen den beiden untersuchten Gruppen ermitteln. Bei den Patienten, die Komplikationen entwickelten, konnten klinische Anzeichen einer Kolitis X beobachtet werden. Die Symptome der Kolitis X und die der Hyperlipidämie traten beinahe zeitgleich auf. Aus dieser Studie lassen sich drei prognostische Parameter, welche einen statistisch signifikanten Zusammenhang mit Komplikationen zeigen, ableiten: Dauer der Erkrankung, die Form der Erkrankung und die Dauer der Therapie. Die Ergebnisse des auskultatorischen Lungenbefundes während des Untersuchungszeitraums wurden ausgewertet. Bei einer Erkrankungsdauer von 1h-6h traten Patienten mit einem mittelgradig verschärften, und zwei Tiere mit einem hochgradig verschärften Lungenbefund auf. Die Form der Erkrankung spielte dabei keine signifikante Rolle. Es zeigt sich bei einem p-Wert von 0,0432 ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Dauer der Erkrankung und dem auskultatorischen Lungenbefund. In dieser Studie erkrankten drei der 26 untersuchten Tiere an einer Hyperlipidämie. Alle diese Patienten litten an einer Obturatio oesophagi. Mit einem p- Wert von 0,0479 zeigt sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Form der Erkrankung und dem Auftreten einer Hyperlipidämie. Es wurde außerdem festgestellt, dass ein klarer Zusammenhang zwischen tödlich verlaufenden Komplikationen und einer Obturatio oesophagi besteht. Ausschlaggebend für diese Feststellung sind besonders die Dauer der Therapie einer Obturation und die damit verbundenen schweren Risiken für die Patienten. Die Dauer der Therapie hatte in der vorliegenden Studie ebenfalls eine signifikante Auswirkung. Alle Patienten, die am Ende verstarben, mussten initial (Zeit bis zum Lösen der Schlundverstopfung; Mittelwert: 198 Minuten) länger therapiert werden. Die in dieser Arbeit erhobenen Daten legen nahe, dass eine Obturatio oesophagi prognostisch vorsichtiger zu beurteilen ist als eine Obstipation

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Giessen : VVB Laufersweiler

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