Untersuchungen zur Situation der Pferdereproduktionsmedizin in Deutschland

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Ziel der Untersuchungen war es, Informationen über Pferdereproduktion durchBefragung von Pferdezüchtern und Tierärzten zu erhalten. Dies ist notwendig, umdie Konzepte und Inhalte der Jahre mit der Situation in der Praxis abzugleichen, um aktuelle Fragestellungen bearbeiten zu können und die Ausbildung auf die Anforderungen im Beruf auszurichten.Folgende relevante Ergebnisse wurden erzielt:Befragung der Züchter1. Insgesamt wurden 205 Züchter aus neun Bundesländern, die zusammen 802 Zuchtstuten im Einsatz haben, befragt.2. Als wichtigste Auswahlkriterien für Zuchtstuten werden die Abstammung und die Leistung genannt. Der Großteil der Befragten bemüht sich, fünf bis zehn Fohlen aus einer Stute zu erhalten.3. 33 % der Züchter nutzen Stuten mit extragenitalen Erkrankungen, wobei Gliedmaßenverletzungen die größte Rolle spielen.4. 58 % nutzen die Fohlenrosse regelmäßig für eine neue Belegung/Besamung, wovon 29 % vorher grundsätzlich eine Uterustupferprobe entnehmen lassen.5. 53 % lassen ihre Stute zu Beginn der Zuchtsaison tierärztlich untersuchen.6. Bei 26 % der Züchter werden Hormone bei Zuchtstuten regelmäßig eingesetzt, wobei die meisten Personen nicht wissen, welche.7. Die Besamung wird beim Warmblutpferd häufiger eingesetzt als der Natursprung. Dabei werden in den meisten Fällen zwei Besamungsportionen pro Rosse geliefert. Tiefgefriersperma wird nur bei 23 % eingesetzt. Interesse am Embryotransfer besteht bei 86 % der Befragten nicht.8. Von den meisten Personen (93 %) wird ein Tierarzt konsultiert, wenn die Stute zweimal hintereinander umrosst.9. Die Endometritis ist die quantitativ bedeutenste Gynäkopathie.10. 89 % der Befragten lassen die Stuten im halbjährlichen Abstand impfen. 11 % lassen ihre Stute nicht impfen. Vollblutzüchter impfen signifikant seltener gegen Tetanus als Züchter anderer Pferderassen (p < 0,05).11. Viele Befragte entwurmen ihre Stute, nur zwei Personen entwurmen zusätzlich gegen Bandwürmer.12. Trächtigkeitsuntersuchungen werden bei Stuten von 92 % der befragten Züchter vorgenommen. Der Zeitraum beschränkt sich auf den 16. bis 20. Tag nach der letzten Belegung. 88 Befragte lassen die Stute zweimal auf Trächtigkeit untersuchen, 81 Personen nur einmal.13. Aborte kommen bei 47 % der Personen vor, am häufigsten als Spätaborte (73,1 %).14. Todgeburten treten meist im Zusammenhang mit Zwillingen auf (40,6 %). Die zweit- und dritthäufigsten Ursachen werden in Schwergeburten und Ersticken in den Eihäuten gesehen (je 17,6 %).15. Die Retentio secundinarum stellt die häufigste puerperale Störung dar. Dabei unterscheidet sich die Inzidenz dieser Erkrankung zwischen den Rassen nicht (p < 0,05).16. Die Mehrzahl der Züchter (68 %) lässt nach jeder Fohlengeburt eine tierärztliche Untersuchung des Neugeborenen durchführen. Eine Fohlenimpfung wird in 67 % aller Fälle durchgeführt, wobei die Medikamente, welche appliziert werden, stark differieren.17. 28 % der Züchter haben bereits ein Fohlen mutterlos aufgezogen.18. Die Durchtrittigkeit spielt vor der Diarrhoe und der Lungenentzündung die größte Rolle als Fohlenerkrankung.19. Nur 30 % der Züchter nutzen die Möglichkeit einer intensivmedizinischen Betreuung erkrankter Fohlen.20. Da exakte Angaben über Art und Menge des Futters fehlen, können keine Aussagen über die optimale Fütterung der tragenden oder der laktierenden Stute zu gegeben werden.Befragung der Tierärzte/innen1. Insgesamt wurden 64 Personen befragt.2. Der gynäkologische, geburtshilfliche und neonatale Patient nimmt bei den meisten Befragten nur einen kleinen Anteil am Gesamtklientel ein. Nur Wenige behandeln ausschließlich Pferde und Fohlen.3. Geburtshilfliche Maßnahmen werden zum größten Teil stationär in einer Klinik durchgeführt. Dies gilt insbesondere für operative Eingriffe.4. Die Retentio secundinarum stellt die quantitativ häufigste Erkrankung im peripartalen Zeitraum dar.5. 26 Tierärzte wurden schon zu Gebärmuttervorfällen gerufen. 6. Wenn eine trächtige Stute sediert werden muss, setzen die meisten Tierärzte den a2 Agonisten Detomidin ein.7. Die Routineuntersuchung neugeborenen Fohlen wird von 90 % der Befragten durchgeführt, wobei nur 35 % grundsätzlich einen Klistier einsetzen.8. Über 50 % der Tierärzte wurden post partum zu einer Geburtsrehe gerufen.9. Viele Befragte (41) impften Neugeborene gegen das Equine Herpesvirus eins und vier und gegen das Equine Influenzavirus.10. 13 Tierärzte gaben an, aufgrund guter Erfahrungen mit einem Antibiotikum gegen Fohlenlähme zu impfen.11. Als bedeutenste Fohlenerkrankung wird die Diarrhoe genannt (24 %).12. Hormone werden von 97 % der Tierärzte eingesetzt, wobei Altrenogest und humanes Choriongonadotropin die größte Rolle spielen.13. Bei Bakteriennachweis in Uterustupferproben werden häufig lokale und parenterale Antibiotika eingesetzt aber auch Uterusspülungen werden von 56 Tierärzten durchgeführt.14. Forschungsbedarf im Rahmen der equinen Reproduktion wird insbesondere im Bereich der Samenkontrolle gesehen.15. 23 % der Befragten empfehlen den Züchtern die Belegung in der Fohlenrosse und 44 % nur in Einzelfällen.Die vorliegende Untersuchung stellt die erste Erhebung über das Management derPferdezucht von Züchtern und die Situation der equinen Reproduktionsmedizin inder tierärztlichen Praxis dar. Die Resultate der Umfrage sollten dazu führen,Lehrinhalte im Bereich der equinen Reproduktion neu zu gewichten.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2008

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