Anhand zweier Studien wurden motivationale, volitionale und emotionale Prädiktoren von Internet- und Computerwissen untersucht. Die Studien wurden während der Testphase eines Internet und präsenzbasierten Trainings für Schlüsselkompetenzen an drei deutschen Universitäten zwischen 2002 und 2003 durchgeführt. Studie 1 (2002, n = 149 Studierende) klärte die Vorhersage von Computerwissen und Sicherheit im Umgang mit dem PC. Variablen waren hier: Fehlerkompetenz, planende Handlungsstrategie, studienbezogene Selbstwirksamkeit, Eigeninitiative und arbeitsbezogene Ausdauer. PC-Wissen wurde hauptsächlich durch Sicherheit im Umgang mit dem PC und dem Geschlecht vorhergesagt (Frauen waren hier im Nachteil). Sicherheit im Umgang mit dem PC zeigte positive Korrelationen mit Ausdauer, Selbstwirksamkeit und Eigeninitiative. Sicherheit im Umgang mit dem PC wurde durch Fehlerkompetenz (positiv) und Fehlerbelastetheit sowie Eigeninitiative vorhergesagt (beides negativ). In 2002 wurden Einstellungsänderung zum PC und die Sicherheit im Umgang mit dem PC während eines internetbasierten Trainings untersucht. ANCOVAS (kontrolliert für PC-Erfahrung) ergaben einen signifikanten aber geringen positiven Gesamteffekt für die Einstellung bezüglich der Treatmentgruppe. Sicherheit im Umgang mit dem PC zeigte eine geringe aber signifikante Zunahme für die Kontrollgruppe. Basierend auf Ergebnissen der Studie 1 wurden in Studie 2 (2003, n = 184 Studierende) zwei valide und reliable Skalen zur Erfassung computerspezifischer Fehlerbelastetheit und Ausdauer entwickelt. Ferner wurde das computerspezifische Begabungsselbstkonzept eingeführt. Es fanden sich negative Korrelationen zwischen computerspezifischer Fehlerbelastetheit und Internetwissen. Computerspezifische Fehlerbelastetheit korrelierte positiv mit allgemeiner Fehlerbelastetheit und negativ mit arbeitsbezogener Ausdauer. Ausdauer im Umgang mit dem PC korrelierte positiv mit dem computerspezifischen Begabungskonzept und Sicherheit im Umgang mit dem PC sowie negativ mit computerspezifischer Fehlerbelastetheit. Ausdauer im Umgang mit dem PC korrelierte negativ mit allgemeiner Fehlerbelastetheit und positiv mit studienbezogener Selbstwirksamkeit. Das computerspezifische Begabungskonzept und planendes Arbeitsverhalten korrelierten positiv mit Internetwissen. Ein Modell zur Vorhersage von Internetwissen wurde getestet. Sicherheit im Umgang mit dem PC wurde vermittelt durch die computerspezifische Ausdauer, welche wiederum durch die Internetnutzungsdauer mediiert wurde. Sicherheit im Umgang mit dem PC wurde ebenfalls durch die internetbezogene Kompetenzeinschätzung mediiert. Zwei direkte Pfade konnten identifiziert werden: Sicherheit im Umgang mit dem PC und die Internet-Kompetenzeinschätzung beeinflussten das Internetwissen positiv. Das Modell zeigte gute Anpassungswerte. In 2003 wurde ebenfalls geprüft, ob sich die Einstellung zum Lernen mit neuen Medien über die Bearbeitungszeit eines internetbasierten Trainings ändert. Es fand sich eine signifikante aber geringe Abnahme der Einstellungswerte (Längsschnitt ohne Kontrollgruppe). Signifikante Geschlechtsunterschiede zugunsten der Männer konnten in 2003 für die eisten medienbezogenen Variablen gefunden werden. Basierend auf Daten von 2003, konnten Korrelationen zwischen personbezogenen Variablen (Papier-Bleistift) und Evaluationskriterien für Internettrainings (Online) gefunden werden. Sicherheit im Umgang mit dem PC zeigte eine negative Beziehung mit technischen Problemen und eine positive mit der Klarheit der Instruktion. Das computerspezifische Begabungskonzept zeigte negative Korrelationen mit technischen Problemen und positive mit Instruktion. Computerspezifische Fehlerbelastetheit zeigte eine positive Korrelation mit technischen Problemen eine negative mit Instruktion, währenddessen die computerspezifische Ausdauer negative Korrelationen mit technischen Problemen aufwies. Internetwissen zeigte ebenfalls eine negative Korrelation mit technischen Problemen, aber ebenfalls mit Navigation und Mapping und Interaktivität. Wichtige Aspekte der Implementierung E-Learning und E-Teaching bezogener Kompetenzen im Bereich der Hochschule mit Fokus auf institutionalen Hindernissen und Chancen werden diskutiert.
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