Überprüfung der Eignung einer neuen Schnelltestmethode zur Kontrolle des Reinigungserfolges auf Oberflächen in Lebensmittelbetrieben

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Das europäische Lebensmittelrecht überträgt den Lebens- und Futtermittelunternehmern auf allen Herstellungsebenen die Verantwortung für die Sicherheit ihrer Produkte (VO (EG) Nr. 178/2002 Art. 17). Um diese Sicherheit zu gewährleisten, sind die Hersteller zur Anwendung des HACCP - Konzeptes verpflichtet. Ein solches Qualitätssicherungssystem kann nur auf einer etablierten Basishygiene im Lebensmittelbetrieb sinnvoll aufgebaut werden. Die Grundlagen der Betriebshygiene, darunter auch die fachgerechte Reinigung, sind dabei das Fundament des HACCP - Konzepts (UNTERMANN und DURA, 1996).Eine besondere Bedeutung kommt hierbei den betrieblichen Eigenkontrollen zu. Für diese Kontrollen haben Schnelltests mittlerweile große Bedeutung erlangt und sind gerade bei der Überprüfung der ordnungsgemäßen Reinigung im täglichen Ablauf der mikrobiologischen Untersuchung der Oberflächen zeitlich überlegen (REICHELT, 2007). Die kommerziell erhältlichen Schnelltests basieren auf dem Nachweis von Produktrückständen wie Proteinen oder von Zellbestandteilen, z.B. Adenosintriphosphat (ATP). Solche Rückstände und Verschmutzungen stellen eine Nährstoffgrundlage für das Wachstum vorhandener Mikroorganismen dar und können auch auf makroskopisch sauber erscheinenden Flächen vorhanden sein. Die visuelle Kontrolle der Oberflächen bietet keine Sicherheit hinsichtlich der tatsächlichen Sauberkeit (DRESSLER, 1997; TRAUTSCH, 2003). Die Reinigung ist zudem Voraussetzung für die Durchführung einer erfolgreichen Desinfektion, da Restverschmutzungen die Desinfektionswirkung einschränken können (BÖHM, 2009). Daher empfiehlt sich der Einsatz von geeigneten Schnelltests zur Überprüfung des Reinigungserfolgs.Ziel der eigenen Untersuchungen war es, die Eignung eines neu entwickelten Proteinschnelltests anhand von Kontaminationsversuchen und unter Praxisbedingungen zu beurteilen. Als etablierte Vergleichsmethode wurde der ATP-Nachweis mittels Biolumineszenzmethode herangezogen, verwendet wurde das Merck HY-LiTE® 2 System (KIRCHER et al., 1996; HAWRONSYJ und HOLAH, 1997).Bei Kontaminationsversuchen unter Laborbedingungen konnte die artifizielle Verschmutzung mit Fleischsaft und Bovinem Serumalbumin (BSA) als auch die Sauberkeit gereinigter Flächen mit der Orion Clean Card® PRO zuverlässig nachgewiesen werden. Es zeigte sich eine Sensitivität von 91,1% bis 99,9 %. Unter Praxisbedingungen wurden die Schnelltests vergleichend in neun Lebensmittelbetrieben angewandt. Als teilnehmende Betriebe wurden zwei Käsereien, zwei Großküchen, zwei Metzgereien, ein Zerlegebetrieb, ein Dönerspießhersteller und eine Großbackstube ausgewählt. Die Gesamtzahl der Untersuchungen beläuft sich auf n = 361. Anhand der Ergebnisse wurde unter Bezugnahme auf das HY-LiTE® 2 System eine Sensitivität von 79,6% bis 90,5% sowie eine Spezifität von 72,5% bis 85,1% für die Orion Clean Card® PRO errechnet. Die beiden Testsysteme zeigen unter Praxisbedingungen eine signifikant positive Übereinstimmung (rs = 0,705; p < 0,0001). In insgesamt 82,5% der Untersuchungen zeigten sich übereinstimmende Ergebnisse. Somit ist die Orion Clean Card® PRO als Schnelltest zur Kontrolle der ordnungsgemäßen Reinigung geeignet und kann bei proteinhaltigen Verschmutzungen zur Hygienekontrolle eingesetzt werden.

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Gießen : http://www.dvg.de/ DVG Service GmbH

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