Diese Arbeit behandelt die Untersuchungsergebnisse von Augen männlicher ApoE-KO-Mäuse. In einer einjährigen Studie sind 960 dieser ApoE-KO-Mäuse in unterschiedlichen Gruppen mit verschieden fetthaltiger Fütterung gehalten worden. Vierteljährlich ist ausgewählten Tieren dieser Studie Blut entnommen worden, und sie sind anschließend getötet und seziert worden. Ein Ziel dieser Arbeit ist es gewesen, den C57Bl/6J- und ApoE-KO-Mausstamm als Tiermodell zu beschreiben. C57Bl/6J-Mäuse dienen in Studien und in der Forschung als Versuchs- und Vergleichstiere und zur Etablierung neuer Mausstämme. Sie neigen unter fetthaltigem Futter zu Adipositas und Atherosklerose. Mehrere Veröffentlichungen haben gezeigt, dass die C57Bl/6J-Mäuse zu Missbildungen am Auge und einer verzögerter Linsenentwicklung tendieren. Mit Hilfe der C57Bl/6J-Maus ist der C57Bl/6-apo Etm1Unc-Stamm etabliert worden. Dieser zeichnet sich durch erhöhte Plasma-Cholesterolwerte und eine schnelle Ausbildung atherosklerotischer Veränderungen aus. Ein weiteres Ziel ist es gewesen, einen Überblick über diese Spontanveränderungen bei den Augen der ApoE-KO-Mäuse zu geben - mit einer ausführlichen Beschreibung ihres Aussehens, ihrer Ätiologie und ihrer Häufigkeit. 47 Augen sind spontan, nur durch die technische Kontrolle vor der Einbettung beeinflusst und ohne Untergruppe zu welchem Fütterungsschema oder welcher Luftzusammensetzung gehört hat, ausgewählt worden. Nach der Einbettung sind Serienschnitte erstellt, mit Hämalaun-Eosin angefärbt und nach einem Standardprotokoll mikroskopiert worden. Auffallend ist, dass bei jedem Auge an mindestens einem Bestandteil der drei Augenhäute Veränderungen vorliegen. Bei den Augen der nach drei und sechs Monaten getöteten Mäuse überwiegen Befunde an Hornhaut, Iris und Linse. Die Augen der 9-Monatstiere weisen die meisten Veränderungen an Iris und Linse auf, während die Augen der nach zwölf Monaten getöteten Mäuse vor allem Auffälligkeiten an Ziliarkörper, Iris, Retina und Linse zeigen. Am häufigsten sind Perforationsverletzungen, vordere Synechien, hintere Synechien, Iriszysten, Retinafalten und -disorganisation, epitheliale Hyperplasien der Linse, unregelmäßige Kernbögen der Linse, subkapsuläre Katarakte und Linsenkapselrupturen gefunden worden. Vorrangig geschlechtsspezifisch auftretende Spontanveränderungen sind ohne weibliche Vergleichsgruppen nicht definierbar. Das Futter und die Futtermenge haben das Verteilungsmuster der Spontanveränderungen innerhalb der Untergruppen nicht merklich beeinflusst. Vergleicht man die häufigsten Veränderungen nach Menge und Fettgehalt des Futters, sticht keine der drei Hauptgruppen (A, B und C) hervor. Die histologische Untersuchung der Augen der ApoE-KO-Tiere hat eine große Menge an Veränderungen aufgezeigt. Einige sind ätiologisch erklärbar, aber weitere Studien werden belegen, ob die hier festgestellten Befunde ausnahmsweise, generell oder alters-, geschlechts-, futter-, und gruppengrößenabhängig entstanden sind. Damit wäre es von großer Bedeutung, Augen weiblicher Tiere als nächstes zu untersuchen und auf retrobulbäre Blutentnahmen zu verzichten.
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