Aspekte des agonistischen Verhaltens weiblicher Zuchtkaninchen in der Gruppenhaltung

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Die Gruppenhaltung von Zuchtkaninchen ist der Einzelhaltung im Hinblick auf dieMöglichkeit von positiven sozialen Interaktionen (wie allogrooming und Kontaktliegen)und hinsichtlich des Vorkommens von Stereotypien und anderen Verhaltensstörungenvorzuziehen. Allerdings kann es in der Gruppenhaltung auf Grund vonHierarchiebildung, Konkurrenz um Futter, Sexualpartner und Nester sowie durch dieVerteidigung des Territoriums gegenüber Eindringlingen zu agonistischenAuseinandersetzungen kommen, welche Verletzungen und Stress verursachen können,was aus tierschützerischer wie auch aus ökonomischer Sicht relevant ist. Mit dieserArbeit soll ein Beitrag zu einem verbesserten Management in der Gruppenhaltung vonKaninchen geleistet werden und die Auslöser für agonistische Auseinandersetzungenmit Verletzungsfolge untersucht werden. Dafür wurden in einem ersten Versuch zweiunterschiedliche Methoden des Zusammensetzens von sich unbekannten Zibbenuntersucht. In einem zweiten Versuch wurde der Einfluss des Rammlers auf dasagonistische Verhalten der Zibben beobachtet.Das Zusammensetzen von sich unbekannten Zibben in der Gruppenhaltung kannzu agonistischen Auseinandersetzungen und damit zu Verletzungen führen. In dieserStudie wurden zwei unterschiedliche Methoden der Eingliederung von fremden Zibbenin eine bestehende Zuchtgruppe untersucht: ein Zusammenführen in die derZuchtgruppe angestammten Bucht gegenüber dem Zusammenführen in einer frischgereinigten und desinfizierten Bucht. Dabei wurde das Verhalten, die Anzahl und Dauervon agonistischen Interaktionen, das Verletzungsrisiko und die physiologischeStressantwort (stressinduzierte Hyperthermie und ein Anstieg der Blutglukose) der Tierezwischen den beiden Versuchsbehandlungen verglichen. Das Verhalten wurde durchdie Methode des Zusammensetzens nicht beeinflusst. Unabhängig von derVersuchsbehandlung verminderten sich die leichten agonistischen Interaktionen nachdem Zusammensetzen. Dagegen stieg die Anzahl der schweren agonistischenInteraktionen im gleichen Zeitraum an. Die Anzahl der Verletzungen, wie auch dieKörpertemperatur und die Blutglukose wurden durch das Zusammensetzen in einer füralle Tiere unbekannten Bucht negativ beeinflusst.In Anbetracht dieser Befunde sollten fremde Zibben zu einer bestehenden sozialstabilen Gruppe in deren angestammter Bucht zugesetzt werden.Der Einfluss des Rammlers auf in der Gruppe gehaltene Zibben wurde in einemzweiten Versuch untersucht. Dem Rammler wird ein schlichtender Einfluss auf dieZibben zugesprochen und ein Austausch des Rammlers innerhalb derReproduktionsphase soll sich sowohl vorteilhaft auf die Reproduktionsrate, wie auch aufdas Verhalten der Zibben auswirken. In zwei aufeinander folgendenReproduktionsphasen wurde der Einfluss zweier unterschiedlicherRammlermanagementmethoden auf den Reproduktionserfolg und das Verhalten derZibben untersucht. In der ersten Versuchsbehandlung wurde der Rammler für zehnTage in der Gruppe belassen, in der anderen wurde der Rammler nach dem fünften Tagdurch einen zweiten Rammler ausgetauscht. Der Reproduktionserfolg wurde durch dieVersuchsbehandlung nicht beeinflusst. In der Versuchsbehandlung, in welcher derRammler ausgetauscht wurde, verbrachten die Zibben insgesamt weniger Zeit mitpassivem Verhalten und verbrachten mehr Zeit in einem Unterschlupf. Dies könnte einHinweis auf einen störenden Einfluss durch den Austausch des Rammlers auf dieZibben sein. Das agonistische Verhalten der Zibben, möglicherweise ausgelöst durcheine unterschiedliche soziale Stabilität in den Gruppen, unterschied sich zwischen denbeiden Reproduktionsperioden stark. Jedoch zeigte die Anwesenheit des Rammlers, inSituationen, in denen es viele agonistische Interaktionen gab, einen beschwichtigendenEinfluss auf die Zibben, indem sich die Anzahl der schadensträchtigen agonistischenInteraktionen verminderte.Anhand dieser Ergebnisse brachte der Austausch des Rammlers nach fünf Tagenkeinen Nutzen. Vielmehr scheinen die Zibben durch den Austausch des Rammlersgestört zu werden. Daher sollte ein Rammlermanagement mit einem Rammler für dieDauer von zehn Tagen gewählt werden.Um die in der Gruppenhaltung von Kaninchen durch soziale Konflikte ausgelöstenVerletzungen zu vermindern, müssen in weiteren Forschungsarbeiten die Mechanismenagonistischer Interaktionen weiter geklärt werden.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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