Hermann Adolf Griesbach (1854-1941), Vertreter der Hygiene in Gießen von 1919- 1932

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Hermann Adolf Griesbach wurde am 9. April 1854 in Bad Schwartaubei Lübeck als Sohn des Apothekenbesitzers Georg Christoph AlexanderGriesbach geboren. Er besuchte das Gymnasium und dieRealschule 1. Ordnung des Catharineums zu Lübeck und absolvierte1873 seine Reifeprüfung. Im Frühjahr 1874 begann er zunächst dasStudium der Naturwissenschaften an der Universität Marburg, wechselteim Herbst 1874 nach Leipzig und erhielt 1877 die Promotion inZoologie, Chemie und Botanik mit dem Werk 'Ueber den Bau desBojanus´schen Organes der Teichmuschel'. Als Lehrer für Naturwissenschaftenan der vereinigten Königlichen Gymnasial- und Real-Lehranstalt zu Thorn begann Griesbach seinen beruflichen Werdegang.Er veröffentlichte verschiedene Aufsätze über die Vorbildungder Medizinstudenten im Hinblick auf die Neugestaltung der medizinischenPrüfungen. Zu diesem Zeitpunkt gehörte Griesbach bereitsetlichen Vereinen als Mitglied an. Im Sommer 1882 unternahmGriesbach zu wissenschaftlichen Studien über Weichtiere eine Forschungsreisean die Nordsee. Ursprünglich habilitierte sich Griesbach1883 an der Baseler Universität für Zoologie und wirkte seit1885 als Dozent für Histologie. Im selben Jahr sprach man Griesbachmit der Arbeit über die 'Beiträge zur Kenntniss der Anatomieder Cestoden' die medizinische Doktorwürde in Heidelberg zu. 1893wurde Griesbach zum kaiserlichen Professor ernannt. Zu dieser Zeitunterrichtete er an der Gewerbe- und Maschinenbauschule und Oberrealschulein Mülhausen Chemie, Biologie und Hygiene. Währendseiner wissenschaftlichen Tätigkeit in Basel bis 1915 erschienen eineReihe von zoologischen Abhandlungen, histologischen Arbeiten undphysiologisch- chemischen Untersuchungen, vor allem über dasBlutgefäßsystem bei Weichtieren. Hervorzuheben ist die Herausgabeseines Lehrbuches 'Physikalisch- chemische Propädeudik unter besondererBerücksichtigung der medicinischen Wissenschaften undmit historischen und biographischen Angaben' in zwei Bänden 1900-1915. Neben der Mitarbeit an der 'Encyklopädie der Naturwissenschaften'mit mehr als 30 Artikeln im Zeitraum von 1886- 1900, erwarbsich Griesbach besondere Verdienste auf dem schulhygienischenSektor. Durch seine zahlreichen Arbeiten über Unterrichtshygieneund seine physiologischen Untersuchungen mittels Ästhesiometerüber die geistige Ermüdung bei Schulkindern versuchte Griesbachdie Reformen im Schulwesen voranzutreiben. Seine Verbesserungsvorschlägerichteten sich unter anderem auf die Modernisierungdes veralteten Lernplanes, Entlastung des kindlichen Geistesdurch sportliche Aktivitäten und genügend Ruhepausen sowie dieEinstellung von Schulärzten. Im Jahre 1900 gründete er den 'AllgemeinenDeutschen Verein für Schulgesundheitspflege' und dessenZeitschrift 'Gesunde Jugend'. 1904 trat erstmals unter dem Vorsitzvon Griesbach der 'Internationale Kongress für Schulgesundheitspflege'in Nürnberg zusammen. Mit der Gründung des Magazins 'InternationalesArchiv für Schulhygiene' im Jahr 1905 bezweckteGriesbach die Bündelung national verstreuter schulhygienischer Literatur.Nach den Wirren des ersten Weltkrieges nahm er 1919 an derUniversität Gießen seine Lehrtätigkeit als Privatdozent für Hygieneam Hygienischen Institut auf. 1921 wurde Griesbach zum ordentlichenHonorarprofessor ernannt und erhielt den Lehrauftrag für Gewerbehygiene.Es folgten experimentelle Untersuchungen über dasVerhalten des Blutdruckes bei beruflicher Betätigung und die Unfallentstehungdurch Ermüdung am Arbeitsplatz. Besonders engagiertesich Griesbach bei der Unfallverhütung im Eisenbahnbetrieb. 1927verfasste er ein 'Medizinisches Wörter- und Nachschlagebuch' undarbeitete am dritten Band von Emil Gotschlichs 'Handbuch der hygienischenUntersuchungsmethoden', welches 1929 erschien, tatkräftigmit. 1932 legte Griesbach seinen Lehrauftrag an der UniversitätGießen nieder und kehrte in seine Geburtsstadt Bad Schwartauzurück. Seine rege wissenschaftliche Arbeit führte Griesbach bis zuseinem Tode 1941 fort.

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