Bedeutung der endogenen Insulinreserve bei Typ-1-Diabetikern im Zusammenhang mit Häufigkeit und Schwere von Hypoglykämien : Einfluss auf die hormonelle Gegenregulation und Hypoglykämie-Wahrnehmung unter Berücksichtigung der Hypoglykämieanamnese

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Die Inzidenz des Diabetes mellitus nimmt stetig zu. Andererseits werden die Behandlungsmöglichkeiten immer besser. Das Ziel einer nahe-normoglykämischen Stoffwechseleinstellung ist schon fast selbstverständlich geworden und beim Typ-1-Diabetes auch das möglichst lange Erhalten einer residualen endogenen Insulinreserve. Die Hypoglykämie ist zur einzig wichtigen, aber auch zunehmend häufigeren Komplikation der Diabetesbehandlung geworden. Vor diesem Hintergrund sollte in der vorliegenden Studie die Bedeutung der endogenen Insulinreserve im Zusammenhang mit Häufigkeit und Schwere von Hypoglykämien sowie unter Berücksichtigung der Hypoglykämieanamnese der Einfluss auf die hormonelle Gegenregulation und die Hypoglykämie-Wahrnehmungsfähigkeit untersucht werden. Hierzu wurde ein Kollektiv von 43 Typ-1-Diabetikern (23 mit und 20 ohne stimulierbare C-Peptid-Konzentration) mit unterschiedlicher Hypoglykämieanamnese (keine, rezidivierende leichte oder schwere Hypoglykämien in der Vorgeschichte) und elf gesunden Probanden einer standardisierten hypoglykämischen Clamp-Untersuchung unterzogen. Es erfolgte hierbei eine schrittweise Reduktion der Blutzuckerkonzentration unter kontinuierlicher Insulin- und adaptierter Glucoseinfusion und parallel die regelmäßige Bestimmung der Konzentrationen der gegenregulatorischen Hormone (Glukagon, Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol, STH) sowie die Dokumentation der subjektiven Hypoglykämie-Wahrnehmung und Konzentrationsfähigkeit. Es zeigte sich ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen anamnestischer Hypoglykämie-Wahrnehmungsfähigkeit und der Symptomwahrnehmung wie auch der Stärke der hormonellen Gegenregulation während des Clamps. Damit ergab sich eine gute Korrelation zwischen der medizinischen Anamnese und der Testsituation. Eine lange Diabetesdauer verbunden mit fehlender endogener Insulinreserve war statistisch eindeutig (p < 0,005) korreliert mit einer gestörten Gegenregulation für alle untersuchten gegenregulatorischen Hormone außer STH. Erfolgte dagegen eine statistische Betrachtung des jeweils alleinigen Einflusses der Höhe der stimulierten C-Peptid-Konzentration auf die hormonelle Gegenregulation, so ergab sich eine signifikante Korrelation für die gegenregulatorische hormonelle Antwort insgesamt (Mittelwert der AUC aller Hormone, p = 0,03), im Einzelnen aber nur für die Glukagon- und Cortisol-Antwort (p = 0,04 bzw. p = 0,01). Der alleinige Einfluss der Diabetesdauer korrelierte dagegen mit keiner gegenregulatorischen Hormonantwort in signifikanter Weise. Dies kann als Hinweis darauf gewertet werden, dass die Bewahrung einer residualen ß-Zellaktivität auch zu einem Erhalt der hormonellen Gegenregulation und damit zu einem reduzierten Risiko für die Entwicklung schwerer Hypoglykämie unabhängig von der Diabetesdauer beitragen kann. Wurde vielfach ein niedriger HbA1c-Anteil an sich als Risikofaktor bzw. Indikator für rezidivierende Hypoglykämien angesehen, so fanden sich dagegen in der vorliegenden Untersuchung keine signifikanten Unterschiede von Mittelwert und Median des HbA1c-Anteils unter den Diabetikern mit und ohne schwere Hypoglykämien in der Vorgeschichte und der tendenziell höchste Wert bei den Patienten mit rezidivierenden leichten Hypoglykämien. Dies kann als Hinweis darauf gewertet werden, dass eine gute Diabeteseinstellung nicht zwingend mit rezidivierenden Hypoglykämien verbunden sein muss und umgekehrt von der Höhe des HbA1c-Anteiles kein direkter Rückschluss auf die Hypoglykämieanamnese möglich ist.

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