Auswirkung des Genes für Befiederungsrestriktion auf den Energiestoffwechsel und Thyroxinstatus in der embryonalen und adulten Phase, sowie auf die reproduktive Konstitution unter variierenden Umgebungstemperaturen beim Huhn

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Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den Einfluss des Gens für Befiederungsrestriktion auf zellphysiologischer Ebene sowie auf der Ebene der Leistungsfähigkeit zu untersuchen. Dazu wurden zum einen der Energiestoffwechsel und Thyroxinstatus in der embryonalen und adulten Phase betrachtet und zum anderen die reproduktive Konstitution überprüft. Auf zellphysiologischer Ebene wurden der embryonale sowie der mitochondriale Sauerstoffverbrauch und die Serumschilddrüsenhormonkonzentration gemessen. Außerdem wurden die Haut- und Körpertemperatur, die Gewichtsentwicklung sowie die Legeleistung im 100 - Tage - Test bestimmt. Zu diesem Zweck wurden zwei Versuchsreihen durchgeführt. Im ersten Versuch wurde die F2 - Generation (456 Bruteier) aus einer Anpaarung von Leghorntieren an Nackthalsreinzuchtiere untersucht. Die Brut erfolgte unter optimalen Brutbedingungen. Die Küken wurden in drei Befiederungstypen (homozygot restriktiv befiedert, heterozygot restriktiv befiedert, vollbefiedert) eingeteilt. Die Schlachtung erfolgte in der 12. Lebenswoche und zwischen der 38. und 41. Lebenswoche. Die Tiere des ersten Versuchs wurden nach dem Schlupf direkt in die verschiedenen Temperaturgruppen (18°C bzw. 30°C) eingeteilt. Im zweiten Versuch wurde die F2 - Generation (2049 Brutteier bei drei Brutdurchgängen) aus einer Kreuzung von Hennen der Linie Lohmann Brown an Nackthalshähne aus zwei unterschiedlichen Linien untersucht. Die Brut erfolgte unter 37,8 bzw. 38,8°C (Schlupfbrut jeweils 37,2°C). Von ausgewählten Hennen wurde die Legeleistung im 100 - Tage - Test erfasst. Dieser Versuch diente in erster Linie der Überprüfung der embryonalen Mortalität der unterschiedlichen Genotypen. Insbesondere bei Betrachtung der Thermoregulation zeigt sich unter Warmtemperaturbedingungen der Vorteil der Gefiederreduktion. Die homozygot nackthalsigen Tiere zeigen eine größere Fähigkeit zur Thermoregulation als die vollbefiederten Tiere. Unter Warmstallbedingungen zeigen Hühner mit und ohne Gen für Befiederungsrestriktion schlechtere Leistungen als unter gemäßigten Temperaturen. Es führt bei seinem Träger unter Warmstallbedingung zu einer gesteigerten Lebendmasseentwicklung und zu einer gesteigerten Legeleistung im Vergleich zu vollbefiederten Tieren. So ist die Reduktion der Lebendmasseenwticklung unter Warmstallbedingungen bei vollbefiederten Tieren ca. 10 % größer als bei homozygot nackthalsigen Tieren. Der mitochondriale Sauerstoffverbrauch unterscheidet sich für die drei Genotypen nicht signifikant. Jedoch zeigt die Erhöhung der Aktivität innerhalb der Genotypgruppen einen positiven Einfluss des Gens für Befiederungsrestriktion. Die embryonale Mortalität wurde im zweiten Versuch an einer größeren Stichprobe untersucht. Dabei konnte festgestellt werden, dass die embryonale Mortalität von homozygot nackthalsigen Tieren am Ende der Brut erhöht ist. Der Thyroxinstatus der unterschiedlichen Genotypen unterscheidet sich nicht signifikant. Jedoch zeigen die homozygot nackthalsigen Tiere tendenziell unter Warmstallbedingungen die höchsten Werte, was mit der verbesserten Leistung unter Warmstallbedingungen einhergeht. Die Steigerung des ADP/O-Quotienten von den Normal- und auf die Warmstallbedingungen ist bei den homozygot nackthalsigen Tieren am größten; der Quotient ist 21 % größer als unter Normalstallbedingungen. Bei den vollbefiederten Tieren liegt lediglich eine Steigerung von 6 % vor. Die homozygot nackthalsigen Tiere zeigen somit die größte Steigerung der Energiebereitstellung. Unter Normaltemperaturbedingungen wird von den homozygot nackthalsigen Tieren mehr Energie für Wärme benötigt als von den beiden anderen Genotypen. Daher nimmt der durchschnittliche ADP/O-Quotient mit zunehmendem Nackthalsgenanteil ab. Unter Warmstallbedingungen führt die verbesserte Thermoregulation der Tiere mit Nackthalsgenanteil dazu, dass der durchschnittliche ADP/O-Quotient mit zunehmendem Nackthalsgenanteil ebenfalls zunimmt. Die präsentierten Untersuchungsergebnisse unterstützen die aufgestellten Arbeitshypothesen, wonach das Na-Gen beim Huhn phänotypische Wirkungen entfaltet, die deutlich über die Befiederungsrestriktion hinausgehen. Im Sinne einer Gen-Umwelt-Interaktion lassen sich diese Wirkungen in der reproduktiven (Legeleistung), der adaptiven (embryonale Mortalität und Thermoregulation) und in der zellphysiologischen (oxidative Phosphorylierung) Konstitution identifizieren.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2007

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