Förderung selbstregulierten Schreibens in der Grundschule : Entwicklung und Überprüfung eines unterrichtsintegrierten Interventionsprogramms zur Förderung der Schreibkompetenz von Viertklässlern

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Schreiben ist eine hoch komplexe Aufgabe, die eine Vielzahl von interaktiven Prozessen umfasst, die überwacht und kontrolliert werden müssen, um hohe Leistungen hervorzubringen. Unerfahrenen Schreibern fehlen die hierfür notwendigen metakognitiven Fertigkeiten. Sie zeigen große Schwierigkeiten beim Verfassen von Texten. Harris und Graham (1996) entwickelten ein Interventionsprogramm für Schreibanfänger, Self-Regulated Strategy Development (SRSD), welches die Instruktion von effektiven Schreibstrategien mit selbstregulatorischen Prozeduren kombiniert. In mehreren Metaanalysen konnte nachgewiesen werden, dass SRSD effektiv die Schreibfertigkeiten von Schülern fördert (Graham, 2006; Graham and Harris, 2003; Graham & Perin, 2007). In Deutschland erarbeiteten Glaser und Brunstein (2007) ein Interventionsprogramm zur Förderung der selbstregulatorischen Schreibfertigkeiten von Viertklässlern. In den bisherigen Studien wurden jedoch Kleingruppen fokussiert und der reguläre Klassenkontext vernachlässigt. Deshalb resultierten für die vorliegende Arbeit folgende Fragen, die in vier Untersuchungen beantwortet wurden: (1) Sind Aufsatztrainings, die von Experten entwickelt wurden und sich in Studien mit Kleingruppen bewährten, erfolgreich in den Regelunterricht integrierbar?(2) Sind selbstregulatorische Komponenten für die Effektivität eines Schreibtrainings zwingend erforderlich?Die erste Studie war eine Lehrerbefragung mit zwölf Grundschullehrern. Anhand der Aussagen konnte geschlussfolgert werden, dass die befragten Lehrer wenig über selbstregulatorische Prinzipien und über effektive Schreibstrategietrainings wussten. Als nächstes wurde ein Unterrichtsintegriertes Selbstregulatorisches Aufsatztraining (USAT) zum Verfassen von narrativen Texten konzipiert und im Rahmen einer Pilotstudie in einer vierten Klasse (n=21) überprüft. Am Ende des Trainings schrieben die Schüler vollständigere, längere und qualitativ bessere Geschichten und planten effektiver.In den anschließenden zwei Hauptuntersuchungen, die acht (n=156) bzw. elf (n=242) Klassen umfassten, wurden Klassen, in denen das USAT-Programm vermittelt wurde, mit Klassen, in denen ein Schreibtraining ohne selbstregulatorische Methoden unterricht wurde, verglichen. Die erste Studie wurde von geschulten Lerntrainern und die zweite von regulären Klassenlehrern durchgeführt. Jede Woche wurde eine Unterrichtseinheit (à 90 Minuten) über einen Zeitraum von sechs Wochen vermittelt. Zur Sicherung der Implementationsgenauigkeit wurden verschiedene Maßnahmen, beispielsweise Unterrichtsbeobachtungen, in allen Studien integriert.Insgesamt überragten die USAT-Klassen die jeweiligen Klassen der Kontrollbedingung. Sowohl beim Posttest als auch beim Follow-Up schrieben sie vollständigere Geschichten und planten ihre Texte besser. Bezüglich der Geschichtenqualität und dem schreibbezogenen Wissen unterschieden sich die beiden Studien. Nur in der ersten Studie, die von Trainern durchgeführt wurde, zeigten die USAT-Klassen signifikant größere Leistungszuwächse bezüglich der Geschichtenqualität und des Wissens im Vergleich zu Klassen, die ein Training ohne Selbstregulation erhielten hatten.Abschließend wurden Vorschläge für die Integration des USAT-Programms in die Lehrerausbildung erörtert.

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