Die Expression von Cadherin-11, der Faktor VII aktivierenden Protease, des Östrogen- und Progesteronrezeptors und die prognostische Bedeutung beim Endometriumkarzinom

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Beim Endometriumkarzinom stellt sich die Frage ob ein fortgeschrittenes Tumorstadium (FIGO-Stadium =Ic) Folge einer verspäteten Diagnose oder aber einer aggressiveren Tumorbiologie ist. In dieser Hinsicht sollte die Expression von Cadherin 11, der Faktor VII aktivierenden Protease (FSAP), des Östrogenrezeptors und des Progesteronrezeptors sowie des Tumorgradings, des Tumorstadiums, der Tumorhistologie, der Lymphangiosis und Hämangiosis carcinomatosa, der myometranen Tumorinvasionstiefe, der Tumornekrose und das Lebensalters bei Diagnosestellung auf eine mögliche differenzierende und/oder prognostische Bedeutung hin untersucht werden. Grundlage der Untersuchung sind die Krankenakten und die in Formalin fixierten und in Paraffin eingebetteten Gewebeschnitte von 183 Patientinnen, die in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Justus-Liebig Universität Giessen behandelt wurden. Statistische Methoden waren die bivariate Korrelation sowie die schrittweise Diskriminanzanalyse. Aufgrund einer nur sehr geringen Rate an tumorassoziierten Todesfällen im vorliegenden Kollektiv, wurde auf die Berechnung der Kaplan-Meier-Überlebenszeitanalyse aufgrund einer geringen Aussagekraft verzichtet. Das Tumorstadium bestätigte sich als der wichtigste prognostische Faktor. Hinsichtlich des tumorassoziierten Todes konnte das Tumorstadium als bedeutendster Parameter gefolgt von der Hämangiosis und der Lymphangiosis carcinomatosa identifiziert werden. Im Hinblick auf eine schnelle Tumorprogression (aggressivere Tumorbiologie) konnte neben der Lymphangiosis carcinomatosa als wichtigstem Parameter, das Tumorgrading gefolgt von der Tumornekrose als beeinflussende Faktoren identifiziert werden. Dies unterstreicht die Wichtigkeit der Beurteilung dieser Parameter im Rahmen der pathologischen Begutachtung auch im Hinblick auf eine darauf basierende risiko-adaptierte Therapie der Patientinnen. Weder der Östrogen- noch der Progesteronrezeptor hatten in diesem Kollektiv eine prognostische Bedeutung. Neben einer Beteiligung von Cadherin 11 an der myometranen Invasion der Tumorzellen deuten die Ergebnisse der bivariaten Analyse auf eine Verbindung von Cadherin 11 mit dem Östrogenrezeptor hin, was auf einer Regulation der beiden Parameter durch Wachstumshormone oder aber auch auf gemeinsam benutzten Signaltransduktionsmechanismen wie dem MAPK- signaling pathway beruhen könnte. Die FSAP bietet keine Korrelation mit anderen prognostischen Parametern und scheint für die Prognose des Endometriumkarzinoms in diesem Kollektiv keine Rolle zu spielen.

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Erstpublikation in

Proc Amer Soc Clin Oncol 22 (2003), S. 482

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