Die Mikrovaskularisation der Mikroplazentome beim Esel : Eine rasterelektronenmikroskopische Studie an Gefäßausgüssen im histologischen Vergleich

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Zum ersten Mal werden an drei Eselplazenten, der Stadien Übergang mittleres/letztes Graviditätsdrittel, letztes Graviditätsdrittel und desGraviditätszeitpunktes kurz vor der Geburt, Mikroplazentome lichtmikroskopisch und die maternale und fetale Oberflächenstruktur derPlazentaanteile rasterelektronenmikroskopisch untersucht. Diese Strukturen werden im weiteren mit den mittelsRasterelektronenmikroskop dargestellten Mikrogefäßen verglichen, welche von Korrosions-Gefäßausgüssen aufbereitet wurden. Die Semiplacenta epitheliochorialis diffusa des Esels besteht aus Mikroplazentomen. Im maternalen Mikroplazentomanteil -Mikrokarunkel - trennen Septen maternale Krypten voneinander ab. Der fetale Mikroplazentomanteil - Mikrokotyledone - formt Zotten,welche in die maternalen Krypten hineinragen. Mit steigender Trächtigkeitsdauer ändern sich die Umrisse der Mikroplazentome von kugelförmig zu eher gestreckt-ellipsoidbeziehungsweise senkrecht zur materno-fetalen Kontaktzone gerichteten Gestalt, die dem in der Plazenta relativ knapper werdendenRaumangebot Rechnung trägt. Die großen extramikroplazentomären Versorgungs-Gefäße der Mikroplazentome - wie Uterusgefäße sowieMikrokarunkelarteriolen und Stammgefäße auf mütterlicher und Allantochoriongefäße und Mikrokotyledonvenulen auf fetaler Seite -erfahren dadurch eine Lumenvergrößerung. Die intraplazentomären Versorgungs-Gefäße (außer Kapillaren, welche nicht demVersorgungs- sondern dem Stofftransfersystem zuzuordnen sind), wie maternale kleine Arteriolen und fetale Astarteriolen mit jeentsprechenden venösen Gefäßen, werden in Bezug auf die graviditätsbedingt sich verändernden Dimensionen der Mikroplazentomerelativ länger und gestreckter. Lumenvergrößerung und Streckung dienen somit beide der größeren und raschen Zu- und Abführung desBlutes zum, beziehungsweise vom Ort, des intensivsten 'Verbrauchs' der Blutsubstanzen - der Kapillaren. Der Kapillarkörper nimmt mitdiesen Veränderungen allgemein an Volumen zu. In den Mikrokarunkeln wachsen Septenkapillaren in die Länge und enden peripher am Mikroplazentom in wabenartigen Fächern oderKrypten. Fetale Arteriolen, Kapillaren und Venulen verändern ihre Anordnung von flächenhaften Netzen zu langen Zylinderformen. DieKapillarstruktur wird dabei komplexer, durch Schlingenbildung, Anastomosen und sinusoidalen Erweiterungen. Maternale und fetaleKapillaren bilden so zusammen das eigentliche Stoffaustauschsystem der Plazenta, wobei, sich nach dem steigenden Nährstoffbedarf desFeten richtend, die einzelnen Kapillarabschnitte eine auf den gegebenen Platz bezogene optimale, größere Oberfläche und daherAustauschfläche entwickeln. Diesen Austausch unterstützend, nimmt auch die Plazentarschranke oder Interhaemaldistanz,lichtmikroskopisch gut meßbar, von rund 10 µm im 2. Trächtigkeitsdrittel bis wenige 3 - 4 µm kurz vor der Geburt ab. Die Effizienz des Stoffaustausches hinsichtlich passiver Diffusion ist in der Eselplazenta aufgrund der quer- bis gegengerichteten - 'cross-bis countercurrent' - Begegnung der maternalen und fetalen Blutflüsse als mittelmäßig bis hoch einzustufen. Eine Mischung beiderRichtungen geht aus der Architektur der extraplazentomären Gefäße hervor, nämlich crosscurrent, wenn die maternalen Astarteriolen und-venulen auf maternaler Seite an die Mikroplazentome heran- beziehungsweise wegführen, countercurrent dagegen, wenn diese Gefäßeam fetalseitigen Pol des Mikroplazentoms ansetzen. Die stofftransfer-aktiven, intraplazentomären Gefäße, vorwiegend Kapillaren, verlaufenim Falle des fetalen Anteils immer in materno-fetaler Richtung und sind also zu diesen erwähnten, am fetalen Pol ansetzenden maternalenGefäßen, gegenströmig. Alle anderen Begegnungen auf kapillärer Ebene sind querströmig. Ein morphologischer Vergleich der Eselplazenta mit derjenigen des Pferdes gibt ein weitgehend übereinstimmendes Bild, obwohl derChromosomensatz beider Tierarten nicht identisch ist. Beim Pferd ist allerdings das Gegenstromprinzip stärker entwickelt, das heißt diefestgestellte Querstromkomponente ist eselspezifisch. Abgesehen von den Strömungsverhältnissen der beiden plazentären Blutsysteme,kann also die Eselplazenta als Modell für das Pferd, und umgekehrt, dienen. Ein Vergleich der Esel- mit der Menschenplazenta zeigt Ähnlichkeiten der fetalen Gefäßarchitektur, insbesondere im villösenKapillargebiet. Höchstens auf diesen Bereich bezogen, könnte die Eselplazenta als Modell für die humane Plazenta von Wert sein.

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