Entnahmemorbidität des genormten Knochentransfers aus dem Kieferwinkel

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Einleitung und Ziele: Der Gebrauch körpereigener Knochentransplantate zur Defektrekonstruktion und zum Aufbau atrophierter Alveolarkämme ist ein gängiges sowie bewährtes Operationsverfahren in der Implantologie. Die präzise Passgenauigkeit und die absolute Immobilisation des Transplantats sind für den Heilungsprozess und den Erfolg der Augmentation von fundamentaler Bedeutung. Der genormte Knochentransfer als modernes chirurgisches Operationsverfahren wird seit 2006 im Rahmen der chirurgischen Routine an der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Gießen eingesetzt. Die Besonderheit des Verfahrens besteht darin, dass die Empfängerregion dem Transplantat angepasst wird und nicht, wie bisher, umgekehrt. Eine aussagekräftige Datenlage zu Komplikationen und zum Transplantationserfolg bei der Anwendung des Verfahrens lag bisher nicht vor.Ziel dieser Studie war es, die Entnahmemorbidität des genormten Knochentransfers aus dem Kieferwinkel zu analysieren. Zusätzlich sollten die Erfolgsquote der Behandlung und die Patientenzufriedenheit evaluiert werden.Patientenkollektiv und Methoden: Im Rahmen einer retrospektiven Beobachtungsstudie wurden alle im Zeitraum zwischen 2006 und 2013 mit dem neuen Verfahren behandelten Patienten eingeschlossen. Daten über postoperativ aufgetretene Komplikationen, postoperative Schmerzen, Gefühlsstörungen sowie mögliche funktionelle Beeinträchtigungen nach der enoralen Entnahme von genormten Knochentransplantaten aus dem Kieferwinkel wurden erfasst und ausgewertet. Weiterhin wurden die Erfolgsrate der Knochentransplantation und die Zufriedenheit der Patienten mittels klinischer Untersuchung und eines standardisierten Fragebogens evaluiert.Ergebnisse:Bei 54 Patienten wurden insgesamt 64 standardisiert entnommene Knochenzylinder transplantiert. Alle so augmentierten Regionen konnten nach durchschnittlich vier Monaten mit Implantaten versorgt werden (n = 49). In einem Fall wurde der Verlust des Transplantats nach Implantatinsertion beobachtet. Sensibilitätsauffälligkeiten zeigten sich bei 6 Patienten in lokal begrenzten Arealen. Eine vollständige und dauerhafte Verletzung des N. alveolaris inferior lag in keinem Fall vor. Über 94 % (n = 52) der Patienten waren mit dem Ergebnis der Knochentransplantation sehr zufrieden oder zufrieden und würden den Eingriff weiterempfehlen.Fazit:Mit dem genormten Knochentransfer aus dem Kieferwinkel steht eine sichere, praktikable und erfolgversprechende Möglichkeit in der Behandlung von kleinen und mittleren Alveolarkammdefekten zur Verfügung. Das Verfahren geht mit einer nachgewiesenen geringen Entnahmemorbidität sowie einer hohen Erfolgsrate einher. Im Hinblick auf eine ästhetische und kaufunktionelle Rehabilitation stellt der genormte Knochentransfer für Patienten und behandelnde Ärzte ein komplikationsarmes und zuverlässiges Verfahren dar und sollte bei geeigneter Indikation Anwendung finden.

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