Die Zytomegalieviruserkrankung stellt noch immer eine der wichtigsten Ursachen von Mortalität und Morbidität bei Immunsupprimierten wie z. B. Transplantatempfängern dar. Das derzeitig favorisierte Therapiekonzept sieht eine präemptive Therapie vor, die nur bei Patienten eingeleitet wird, bei denen eine Virusreplikation frühzeitig nachgewiesen werden kann, die aber noch nicht klinisch erkrankt sind. Der derzeit bestetablierteste diagnostische Parameter hierzu ist der Nachweis des CMV-Antigens pp65 in Leukozyten. Der konventionelle Nachweis von pp65 ist allerdings aufgrund der subjektiven Auswertung nicht standardisierbar.
Ziel der hier vorgestellten Arbeit war es, den pp65-Nachweis mittels Durchflußzytometrie zu vereinfachen und die CMV-Routinediagnostik durch die Etablierung dieser Methode zu optimieren und zu standardisieren. Zur Methodenevaluierung wurden insgesamt 214 Messungen von 110 immunsupprimierten Patienten durchgeführt. Es galt die Testsensitivität sowie die spezifität der FACS-Analyse im Vergleich mit dem konventionellen pp65-Antigenämie-Test und der quantitativen CMV-DNA-Analyse zu ermitteln. Es konnte ein optimierter Grenzwert ab vier pp65-positiven Zellen aus insgesamt 100.000 detektierten Leukozyten im FACS ermittelt werden. Für diesen Wert errechnete sich eine Testsensitivität von 77,5 % und eine spezifität von 84,6 %. In der Gegenüberstellung der drei Vergleichsteste ergab sich, bezogen auf die qualitativen Ergebnisse, für Proben, bei denen mindestens in einer der Methoden CMV Replikation nachgewiesen werden konnte, zwischen der Durchflußzytometrie und dem pp65-Antigenämie Test eine höhere Übereinstimmung (50,5 %) als mit der CMV-DNA Bestimmung (44,1 %).
Letztendlich lässt sich sagen, dass die neue Methode, die deutlich weniger Ausgangsmaterial braucht, schneller und objektiver ist als der konventionelle pp65-Nachweis. Jedoch müsste das Verfahren aufgrund des im Rahmen dieser Arbeit ermittelten Mangels an Sensitivität und Spezifität durch weitere Variationen im Bearbeitungsprotokoll oder der Auswertung, z. B. durch die Miteinbeziehung einer vergleichbar großen Kontrollgruppe CMV-seronegativer Patienten oder Blutspender weiter optimiert werden.
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