Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, den Einfluss von jeweils vier verschiedenen Ausarbeitungs- und Politurmethoden auf die strukturierten Okklusalflächen und die approximal-zervikalen Flächen von mehrflächigen Seitenzahn-Kompositfüllungen unter klinischen Bedingungen zu untersuchen.
Dazu wurden 80 mehrflächige Seitenzahnkavitäten mit Optibond solo konditioniert und mit dem Feinpartikelhybridkomposit Herculite XRV in Mehrschichttechnik gefüllt.
Die initiale Ausarbeitung der Okklusalflächen sämtlicher Füllungen erfolgte mit einer Sequenz aus kugel-, hohlkehl- und flammenförmigen Feinkorndiamanten und formkongruenten Hartmetallfinierern.
An jeweils 20 Proben wurde die abschließende Politur der Okklusalflächen mit einem diamantierten Filzpolierer, einem System bestehend aus zwei diamantierten Poliergelen, einem Silikonpolierer sowie mit einem abrasiven Bürstchen durchgeführt.
Zur Bearbeitung der approximal-zervikalen Flächen kamen an jeweils 20 Proben zwei unterschiedliche manuell zu benutzende Polierstreifen in jeweils zwei Körnungen, maschinelle Feilen in zwei unterschiedlichen Körnungen und maschinell angetriebene Polierstreifen in vier unterschiedlichen Körnungen zur Anwendung.
Die Oberflächen der im Anschluss mit Hilfe der Replikatechnik abgeformten Proben wurden einer quantitativen Untersuchung mit dem elektronischen Tastschnittverfahren unterzogen und danach im Rasterelektronenmikroskop qualitativ beurteilt.
Bei 10-facher Vergrößerung ermöglichten die REM-Übersichtsaufnahmen die Beurteilung der Okklusalflächen hinsichtlich Gestaltabweichungen 1. und 2. Ordnung und eine Zuordnung zu den Kategorien Ü1 (abgerundete Konturen), Ü2 (wenige kantige Übergänge, einzelne zerklüftete Areale) und Ü3 (überwiegend kantige Übergänge, zahlreiche zerklüftete Areale).Die qualitative Beurteilung der Oberflächenrauigkeiten der Okklusal- und Approximalzervikalflächen erfolgte bei 80-facher Vergrößerung. Die in den Detailaufnahmen sichtbaren Oberflächenareale konnten den Kategorien R1 (glatte, homogene Oberflächen), R2 (geringe Rauigkeiten) und R3 (starke Rauigkeiten) zugeordnet werden.
Die statistische Auswertung der quantitativen Ergebnisse erfolgte mit Hilfe der zweifaktoriellen Varianzanalyse. Die Ergebnisse der Übersichtsaufnahmen konnten mit Hilfe des Chiquadrat-Tests für Kreuztabellen statistisch geprüft werden. Die statistische Prüfung der Detailaufnahmen erfolgte nach dem nonparametrischen Kruskal-Wallis-Test für unabhängige Stichproben.
Die Auswertung der okklusalen Messwerte zeigte, dass die glattesten Füllungsoberflächen mit dem Silikonpolierer erzielt wurden. Die Polierergebnisse der vier okklusalen Methoden unterschieden sich im Hinblick auf die quantitative Ausprägung von Rauigkeiten jedoch nur geringfügig und statistisch nicht signifikant.
Die qualitative Beurteilung der Rauigkeiten im Rasterelektronenmikroskop zeigte nach Anwendung aller vier Methoden überwiegend glatte, homogene Oberflächen (50,7%-59,4%). Signifikante Unterschiede zwischen den Methoden waren nicht feststellbar.
Nach Anwendung des Silikonpolierers P 403-W war die Ausprägung der okklusalen Konturen überwiegend durch abgerundete Übergänge gekennzeichnet (70,6%). Die Applikation der Occlubrush führte mit 27,8% signifikant häufiger zu zahlreichen kantigen Übergängen bzw. zerklüfteten Arealen (p=0,002).
Die Analyse der Messwerte der approximal-zervikalen Oberflächen zeigte keine signifikanten Unterschiede zwischen den vier Bearbeitungsmethoden im Hinblick auf die quantitative Ausprägung von Rauigkeiten. Die mit den Hawe Elastrips bearbeiteten Oberflächen wiesen die geringsten gemessenen Rauigkeiten auf.
Bei den Detailaufnahmen der approximal-zervikalen Flächen wurden nach Bearbeitung mit den diamantierten Streifen, Proxoshape-Feilen und Sof-Lex-Streifen am häufigsten raue Oberflächen (42,2%-53,5%) festgestellt. Nach Bearbeitung der Oberflächen mit den Proxoshape-Feilen wurden mehr als die Hälfte aller bewerteten Areale dieser Kategorie zugeteilt. Nach Anwendung der Hawe Elastrips konnten weniger häufig stark raue Areale registriert werden (31.3%). In 43,8% erzielte diese Methode glatte, homogene Oberflächenareale.
Aus den Ergebnissen konnte gefolgert werden, dass sich die Occlubrushmethode im Vergleich zu den anderen okklusalen Poliermethoden weniger gut für das Abrunden von Kanten direkter okklusaler Kompositfüllungen eignet. Auf Grund der vergleichbar guten Polierergebnisse der Methoden Diafix-oral, Two Striper MPS und Silikonpolierer P 403-W könnte aus wirtschaftlicher Überlegung heraus der Silikonpolierer Vorteile haben.
Bei der Bearbeitung der approximal-zervikalen Kompositflächen stellen maschinell angetriebene Polierstreifen eine viel versprechende Alternative zu den manuellen Streifen und maschinellen Polierfeilen dar. Jedoch sollten die Ergebnisse der vorliegenden Studie durch weitere Untersuchungen untermauert werden.
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