Durch das wiederholte Einbringen der Zahnbürste in die Mundhöhle kann es auf dem Bürstenkopf zur Anhaftung und zum Wachstum pathogener Keime kommen. Diese können bei erneuter Anwendung der Bürste wieder in die Mundhöhle eingebracht werden und dort eine Reinfektion verursachen. Dabei stellt das Besteckungsfeld der Zahnbürste einen Schwachpunkt der Hygienefähigkeit dar. Die vorliegende Untersuchung befasste sich daher mit der Fragestellung, ob sich zwischen den derzeit gebräuchlichen Besteckungssystemen nach zweiwöchigem Gebrauch der Zahnbürsten Unterschiede hinsichtlich der Retention und Überlebensfähigkeit für Mikroorganismen ergeben.
Es wurden jeweils 15 bzw. 20 Bürsten folgender Zahnbürsten-Produkte überprüft: A und C: Bündel-Stanzbesteckung (Befestigung der Borstenbüschel durch Metallplättchen); B: Bündel-Einspritzbesteckung; D: Bündel-Einfügebesteckung. Die genauere Kennzeichnung der einzelnen Besteckungsprinzipien und der Endbearbeitung der Borstenenden erfolgte mittels makrofotografischer und rasterelektronenmikroskopischer Aufnahmen. Für die zweiwöchige Gebrauchsperiode der Zahnbürsten konnten 70 Kinder im Alter von 3-14 Jahren im Rahmen des standardisierten Oralhygieneprogrammes mit Einverständnis der Eltern gewonnen werden. Dafür erhielten die Jungen und Mädchen in zufälliger Zuordnung eine fabrikneue Zahnbürste für den häuslichen Gebrauch. Nach einer Verwendungsdauer von zwei Wochen erfolgte die Untersuchung der Bürsten auf Besiedelung mit Mutans Streptokokken (MS), Laktobazillen (Lb) und Candida spezies. Die Mikroorganismen wurden in einem Ultraschall-Bad mit Sputasol-Lösung aus den Bürstenköpfen herausgelöst. Die Analyse der gewonnenen Keimlösung erfolgte mittels CRT bacteria Tests und Sabouraud Agar nach Bebrütung bei 37°C über 48 h im Wärmeschrank.
Trotz unterschiedlicher Hohlraumbildungen bei den untersuchten Bündelbestekkungsverfahren im Kunststoffbürstenkopf ließen sich keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der ermittelten Keimzahlen erkennen. Als sicherster Indikatorkeim erwies sich dabei Streptococcus mutans, der produktübergreifend nach der Putzperiode noch auf allen Zahnbürsten vorhanden war. Für Laktobazillen traf dies noch für 90-100% der Bürsten zu. Die Ergebnisse belegen, dass das jeweilige Bündel-Besteckungsprinzip keinen signifikanten Einfluss auf die Retention und Vermehrung von Mikroorganismen auf gebrauchten Zahnbürstenköpfen ausübt. Dies lässt sich auf die bei allen Bürstenprodukten enge Anordnung der Borstenfilamente nach dem "multi-tufted-Prinzip" zurückführen.
Eine mögliche Verbesserung der Hygiene-Fähigkeit von Zahnbürsten lässt sich insofern nur durch das alternative Prinzip der Einzelfilamentbesteckung erwarten.
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