Vergleichende Untersuchungen über Translation und Transkription von Strukturproteinen des Felinen Leukämievirus nach experimenteller Infektion
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Zusammenfassung
1. Die Literaturübersicht befasst sich mit dem derzeitigen Kenntnisstand über die Replikation von Retroviren und der Interpretation, die sich durch den Nachweis exogene und endogene FeLV-Sequenzen in verschiedenen Geweben ergeben. Entsprechend der dieser Arbeit zu Grunde liegenden Fragestellungen wird auf die Struktur des FeLV, die Pathogenese der Infektion, die Nachweismethoden für Virus und virales Antigen sowie auf die Funktion insbesondere dendritischer Zellen bei der Immunabwehr eingegangen. 2. In der vorliegenden Arbeit wurden Organe von 25 experimentell mit FeLV infizierten Katzen mittels RNA-ISH auf das Vorkommen von viralen RNA-Sequenzen der FeLV-Strukturproteine gp70, p27 und p15E sowie der exogenen FeLV-Sequenzen des U3 untersucht. Die Katzen wurden nach einer 16-wöchigen Infektionsperiode obduziert und Gewebeteile von Mesenteriallymphknoten, Milz, Thymus Knochenmark und Dünndarm zur weiteren Bearbeitung in Formalin fixiert. Außerdem wurden 11 der untersuchten Katzen mit starkem ISH-Signal ausgewählt und mit diesen eine ISH/Immunhistologie (IH)-Doppelmarkierung durchgeführt, um die Transkription und Translation der FeLV-Strukturproteine im Gewebe direkt vergleichen zu können. 3. In den Mesenteriallymphknoten stellen follikuläre lymphoide Zellen den Hauptort der produktiven Virusvermehrung dar. In follikulären dendritischen Zellen (FDZ) konnte virale RNA nicht in einer so großen Zahl von Zellen nachgewiesen werden wie virale Strukturproteine. Dies kann als Präsentation von Strukturproteinen durch FDZ interpretiert werden. Zellen in extrafollikulären Bereichen, ausgenommen interdigitierende dendritische Zellen (IDZ), vermehren FeLV auf hohem Niveau, haben also starke ISH- und IH-Signale. 4. Im Milzgewebe ist produktive Virusvermehrung (ISH+/IH+) regelmäßig und hauptsächlich in FDZ nachweisbar. Lymphozyten weisen im Vergleich zu FDZ einen geringeren viralen mRNA-Gehalt auf. Der FeLV-Antigen- und oder RNA-Nachweis laufen in den Zellen der Milz nahezu parallel ab. 5. Im Dünndarm stellen mitotisch aktive Epithelzellen den Hauptort produktiver Virusvermehrung dar. Mit zunehmender Differenzierung dieser Zellen kommt es zum Abbruch des Replikationszyklus und zum unterschiedlich schnellen Abbau von viraler RNA und viralen Proteinen. 6. In noch nicht ausdifferenzierten Zellen des Knochenmarks findet die Replikation des FeLV auf hohem Niveau statt. In reifen Zellen scheint die Replikation des FeLV ähnlich wie im Darmepithel in der Regel eingestellt zu werden, auch wenn virale Antigene, insbesondere in Megakaryozyten, weiterhin nachweisbar sind. 7. Im Thymus findet, wie auch die anderen untersuchten Organe, bei persistent infizierten Tieren regelmäßig eine Virusreplikation statt. Lymphozyten im Rindenbereich vermehren FeLV dabei in größerer Zahl als Zellen im Thymusmark. 8. Die Transkription von verschiedenen Abschnitten des proviralen FeLV-Genoms scheint in der virusreplizierenden Zelle parallel abzulaufen. Einen Hinweis für diese These stellen die vergleichbaren Verteilungsmuster ISH positiver Zellen in den untersuchten Organen nach Inkubation mit den Sonden gp70, p27, p15E und U3 dar. 9. Katzen, die eine wirksame Immunität mit Beendigung einer Virämie nach FeLV-Infektion entwickeln konnten, zeigten im Vergleich zu persistent infizierten Katzen ein anderes Verteilungsmuster der Virusvermehrung im lymphatischen System. FDZ und B-Lymphozyten, deren Funktionen als wesentlich für die Ausbildung einer humoralen Immunität anzusehen sind, waren bei transient infizierten Katzen im Vergleich zu persistent infizierten Tieren von der Virusvermehrung in geringerem Maß betroffen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Wettenberg : VVB Laufersweiler 2004
